Stadtgrün

Mission Grün für ein gesundes Stadtklima

Der Klimawandel und seine Folgen sind auch in Frankfurt spürbar. Bäume und Grünflächen machen die Stadt nicht nur attraktiver, sie sind auch wertvolle Helfer bei der Anpassung an klimatische Veränderungen.

Vor allem Städte mit ihrer dichten Bebauung, vielen versiegelten Flächen und hohem Verkehrsaufkommen kämpfen schon heute mit den Folgen des Klimawandels: Stadtbewohner leiden im Sommer unter Hitze, Schwüle und einer hohen Konzentration von Luftschadstoffen. Die Phasen extremer Trockenheit haben deutlich zugenommen ebenso wie die Zahl von Starkregenereignissen und Stürmen.
Parks, Gärten und Grünflächen spielen vor diesem Hintergrund eine zunehmend wichtige Rolle als „Puffer“ gegen den Klimawandel: Sie versorgen direkt angrenzende Wohnquartiere mit frischer Luft und nehmen bei Regen das Niederschlagswasser auf, große Bäume spenden Schatten und erhöhen die Luftfeuchtigkeit, Kletterpflanzen säubern und temperieren die Umgebungsluft, begrünte Dächer kühlen im Sommer die darunter liegenden Gebäude – und das alles als kostenfreier „Service“ für jedermann.

Innovative Bepflanzungskonzepte steigern die Aufenthaltsqualität

Einen innovativen Ansatz in der Stadtbegrünung konnte man im vergangenen Jahr auf dem Rathenauplatz sowie dem Paul-Arnsberg-Platz im Frankfurter Ostend erleben. Während hochsommerlicher Temperaturen im August hatte das Grünflächenamt dort zeitweise ein mobiles „Grünes Zimmer“ aufstellen lassen. Dabei handelt es sich um eine mit Stauden bepflanzte, Schatten spendende Wandkonstruktion im Format von drei auf fünf Metern mit beidseitigen Sitzbänken. Das von der Stadt Ludwigsburg in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart entwickelte Konzept zeigt, dass sich Grünstrukturen schon auf kleinstem Raum positiv auf das Klima auswirken. Wer auf einer der Sitzflächen Platz nahm, konnte direkt die angenehme Wirkung der Verdunstungskühle der Pflanzen spüren und sich im Schatten erholen. Im Sommer 2017 werden weitere vier „Grüne Zimmer“ im Rahmen einer Klimaaktionswoche des Umweltdezernates den Frankfurter Rossmarkt begrünen. Zudem hat die Stadt ab dem Jahr 2017 für fünf Jahre einen Klimafonds zur Förderung von 100 Dachbegrünungen, 100 Fassadenbegrünungen sowie 100 Hofbegrünungen und Entsiegelungen aufgelegt.

Stadtbäume benötigen Hilfe bei der Klimaanpassung

Unter den zunehmenden Hitzeperioden im Sommer leiden auch die über 220.000 Park- und Straßenbäume der Stadt. Insbesondere heimische Baumarten wie Ahorn, Eiche und Esche, aber auch Kastanie und Robinie reagieren auf Wärme und Trockenheit mit dürren Ästen, früher Braunfärbung der Blätter, aber auch einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten. Das gilt vor allem für Straßenbäume, die mit einem stark begrenzten Wurzelraum und der Aufheizung ihrer Umgebung zurechtkommen müssen. Bernd Roser, Leiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung beim Frankfurter Grünflächenamt, ist so gut wie möglich vorbereitet: „Wir gehen davon aus, dass die Phasen mit sehr hohen Temperaturen und Trockenheit während der Sommermonate noch zunehmen werden. Bei Neupflanzungen probieren wir daher auch Baumarten aus dem Mittelmeerraum und dem Balkan aus, die an höhere Temperaturen besser angepasst sind, aber auch Fröste gut überstehen.“

Bäume während extremer Hitzeperioden gießen

Aber natürlich soll auch der vorhandene Baumbestand, gesund erhalten werden. Das Grünflächenamt gießt Bäume entlang von Straßen und auf versiegelten Plätzen im Sommer regelmäßig und stellt zusätzlich an besonders unter Trockenheit leidenden Bäumen Bewässerungssäcke auf, die das Wasser langsam und gleichmäßig an die Baumwurzeln abgeben. Bernd Roser: „Wir freuen uns sehr, wenn Anwohner im Rahmen einer Baumpatenschaft oder auch spontan einen Straßenbaum vor der Haustür mit Wasser versorgen und uns dadurch helfen, diesen gesund über den Sommer zu bringen.“ Ein paar Gießkannen oder Eimer voll Wasser dürfen es schon sein – im Sommer braucht ein Baum je nach Standort und Art mindestens 80 Liter Wasser pro Woche – aber auch kleinere Mengen sind eine Wohltat für einen Stadtbaum nach einem heißen Tag.

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