Stadtgrün

5000 Bäume für den Frankfurter Stadtwald

Frankfurter Bürger pflanzen Bäume im Stadtwald

Die ausgeprägten Trockenperioden der letzten beiden Jahre haben auch den Frankfurter Bäumen zugesetzt. Das treibt nicht nur Experten, sondern auch die Bürger um. Rund 450 freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützten am Wochenende eine Pflanzaktion des Grünflächenamts in Niederrad.

Mit Gummistiefeln und Schaufeln ausgestattet, sind die Unterstützer der Aktion ‚Rettet den Stadtwald‘ zu der Aufforstungsfläche nahe des Carl-von-Weinberg-Parks in Frankfurt-Niederrad gekommen. Zum Auftakt lassen sie sich von Peter Rodenfels, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Stadtforst im Grünflächenamt, und seinen Mitarbeitern erklären, wie die jungen Buchen, Eichen, Esskastanien, Winterlinden und Co. richtig gepflanzt werden, damit sich aus ihnen einmal stattliche und hoffentlich gesunde Bäume entwickeln. Die Stimmung ist gut: Viele Menschen nehmen mit Sorge die von anhaltender Trockenheit, Krankheiten und Schädlingsbefall verursachten Schäden an Wald- und Stadtbäumen war. Da tut es gut, aktiv etwas für Stadtwald und Klimaschutz tun zu können.

Einweisung der Helfer durch den stellv. Leiter der Abteilung StadtforstPeter Rodenfels
Peter Rodenfels (r.), stellvertretender Leiter der Abteilung Stadtforst, weist eine Gruppe von Freiwilligen ein.

Nur noch drei Prozent der Bäume sind gesund

Laut dem aktuellen Waldstandsbericht sind 96,9 Prozent der Bäume im Frankfurter Stadtforst von trockenheitsbedingten Verlichtungen in den Baumkronen betroffen. In Stufe 3 mit dem stärksten Schadensbefund hat sich die Zahl der betroffenen Bäume innerhalb eines Jahres von rund elf auf fast 27 Prozent mehr als verdoppelt. „Das ist ein Befund, der uns natürlich große Sorge bereitet“, so Rodenfels. Nicht besser geht es den Bäumen im Stadtgebiet, wie der für die innerstädtischen Grünflächen zuständige Abteilungseiter Bernd Roser bestätigt: „Einzeln stehende Exemplare in Parkanlagen haben relativ gute Standortbedingungen, dafür sind unsere Straßenbäume durch die Versiegelung der Flächen und die Aufheizung der Umgebung besonderen Strapazen ausgesetzt.“ Ob sich die geschädigten Bäume wieder erholen, hängt von der Niederschlagsmenge ab. Roser: „Der Regen in den vergangenen Wochen hat der Natur gutgetan. Aber viele Bäume sind, auch wenn man es ihnen nicht von außen ansieht, geschwächt. Und der nächste trockene Sommer könnte die Situation weiter verschlimmern.“

Aktives Aufforsten mit widerstandsfähigen Baumarten

Vergabe von Baumsetzlingen durch einen Helfer
Von Buche bis Winterlinde: alle Helfer erhalten vorbereitete Baumsetzlinge und werden eingewiesen, wo und wie diese zu pflanzen sind.

Einfach abwarten und das Beste hoffen, ist daher keine Option. Der Klimawandel schreitet schneller voran als die Anpassungsfähigkeit der Natur die Auswirkungen abfedern kann. „Insbesondere dort, wo wir die Verkehrssicherheit gewährleisten müssen oder wo für den angrenzenden Bestand eine Ansteckungsgefahr durch Krankheiten oder Schädlinge droht, müssen wir vermehrt Bäume fällen. Gleichzeitig experimentieren wir bei der Wiederaufforstung mit Baumarten aus dem mitteleuropäischen Raum, die besser mit der Trockenheit zurechtkommen“, beschreibt Rodenfels das Vorgehen der Forstexperten. So einfach wie es klingt, ist die Bepflanzung mit widerstandsfähigeren Baumarten allerdings nicht. Denn die aus wärmeren Gefilden stammenden Baumarten kommen zwar mit weniger Regen aus, sind dafür aber deutlich anfälliger für Spätfröste als unsere heimischen Arten. Bei der Pflanzaktion im Stadtwald wurden daher auch Jungbäume gesetzt, die gezielt aus Samen gesunder, heimischer Bäume gezogen wurden – mit der Hoffnung, dass sie eine höhere Anpassungsfähigkeit an Standort und Wachstumsbedingungen mitbringen.

frisch eingepflanzte Esskastanie
Eine von vielen Esskastanien, die im Rahmen der Aktion ‘Rettet den Stadtwald’ gepflanzt wurden.

Dank für die breite gesellschaftliche Unterstützung

Diesen Prozess zu begleiten, ist mit hohem finanziellem und personellem Aufwand verbunden, wie Umweltdezernentin Rosemarie Heilig in ihrem Aufruf zur Pflanz- und Spendenaktion ‚Rettet den Stadtwald‘ deutlich machte. „Wir haben uns daher sehr über das riesige Interesse der Frankfurterinnen und Frankfurter gefreut, aktiv bei unserer Pflanzaktion mit anzupacken, und möchten uns außerdem herzlich für die eingegangenen Spenden bedanken“, so Rodenfels. Diese werden unmittelbar der Aufforstung des Frankfurter Stadtwalds und der Pflege der Jungbäume in den kommenden Jahren zugutekommen.

Wer sich ebenfalls für den Erhalt der Frankfurter Bäume engagieren möchte, kann dies weiterhin mit einer Spende auf das vom Grünflächenamt eingerichtete Konto mit der IBAN DE34 5005 0201 0000 000208 bei der Frankfurter Sparkasse tun. Als Verwendungszweck bitte Folgendes angeben: 1038-54289000-670472-1.22.07.01.09-A9-STADTWALD (Zur Vorlage beim Finanzamt ist bei Spenden bis 200 Euro der Überweisungsbeleg ausreichend. Wer eine Spendenbescheinigung möchte, kann diese unter dem Kennwort STADTWALD beim gruenflaechenamt@stadt-frankfurt.de anfordern.)

Mit einer Baumpatenschaft den Stadtbäumen helfen

Freut sich über das Engagement der Frankfurterinnen und Frankfurter für ihren Stadtwald: Peter Rodenfels, stellvertretender Leiter der Abteilung Stadtforst im Grünflächenamt

Eine weitere Möglichkeit, konkret etwas zu tun, ist die Übernahme einer Patenschaft für Straßenbäume im Stadtgebiet. Als Baumpate oder -patin kümmert man sich um einfache Pflegearbeiten der Baumscheibe und unterstützt insbesondere Jungbäume mit einer Extraportion (Brauch-)Wasser während ausgeprägter Hitzeperioden im Sommer. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu Patenschaften. Auch weitere gemeinschaftliche Pflanzaktionen kann sich Forstexperte Rodenfels gut vorstellen, allerdings frühestens wieder im kommenden Herbst, denn dann haben die Jungbäume die besten Bedingungen, um anzuwachsen: „Nicht jeder Standort ist für eine solch breit angelegte Bürgerbeteiligung geeignet. Wir nehmen aber das große Interesse der Frankfurterinnen und Frankfurter war und freuen uns, wenn wir auf diesem Weg unsere Arbeit anschaulich machen und für die Situation unseres Stadtwalds sensibilisieren können.“

Haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen – auch wir haben zum Spaten gegriffen und fünf Bäume gepflanzt.
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