Urbanes Gärtnern

Ginnheimer Frühlingswiesenspaziergang und Pflanzentauschbörse

Sommerliche Temperaturen haben in den letzten beiden Wochen dafür gesorgt, dass die Natur für die Jahreszeit schon ungewöhnlich weit entwickelt ist. So gab es viel zu entdecken beim Ginnheimer Frühlingswiesenspaziergang mit anschließender Pflanzentauschbörse.

Für den flüchtigen Betrachter ist alles, was an Wegesrand und Wiesensaum wächst, undefiniertes Grünzeug. Dem Kundigen zeigt sich hingegen ein reichhaltiger Schatz an Wildkräutern, die die Frühlingsküche bereichern können, sofern sie an einer vor Hunden und Straßenverschmutzung geschützten Stelle geerntet werden. Das Ginnheimer Kirchplatzgärtchen hatte am Sonntag zum Frühlingswiesenspaziergang im nahegelegenen Niddapark eingeladen. Unter fachkundiger Leitung von Dr. Katrin Jurisch vom Bund für Umwelt und Naturschutz ging es mit rund 20 Teilnehmern auf eine botanische Erkundungstour zu den wilden Brüdern und Schwestern unserer bekannten Gartenkräuter.

Wildkräuter bereichern die Frühlingsküche

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Früher eine der Würzpflanzen ‘des armen Mannes’: die Knoblauchsrauke

Wie schmecken Gundermann und Knoblauchsrauke? Antwort: pfeffrig und würzig. Warum sollte für Brennnesseln in jedem Garten eine Ecke reserviert sein? Wegen der rund 50 Schmetterlingsarten, deren Raupen sich von ihnen ernähren. Und woher kommt der Name des gelb blühenden Scharbockskrauts? Er erinnert daran, dass die Blätter zu Zeiten ohne ganzjährige Obstversorgung aus dem Supermarkt wertvolle Vitamin-C-Spender gegen Skorbut waren. Die Reihe ließe sich noch lange fortsetzen. Ein Eindruck, den wohl jeder der Teilnehmer vom Ginnheimer Frühlingswiesenspaziergang mitnehmen dürfte, ist die ungeheure Vielfalt, die sich schon auf kleinstem Raum zeigte. Gerade im Frühjahr sind die Wildkräuter mit ihren jungen Trieben besonders schmackhaft. Vielen wird zudem eine Heilwirkung zugeschrieben. Man sollte die Pflanzen allerdings sicher bestimmen können, bevor man sie als Beigabe in Salat oder Smoothies verarbeitet. Und – auch darauf wies die Biologin vom BUND Frankfurt noch einmal hin – die Wildkräuter sollten immer nur soweit beerntet werden, dass sich die Pflanze an ihrem Standort wieder erholen und neu austreiben kann.

Nordend-Tomaten treffen Ginnheimer Auberginen

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Die Ginnheimer Kirchplatzgärtner eröffneten die Saison mit einer Pflanzentauschbörse.

Den gleichermaßen gemütlichen wie kommunikativen Abschluss bildete die schon traditionelle Pflanzen- und Samentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz. Das Ginnheimer Kirchplatzgärtchen hatte um Setzlinge und Ableger von Stauden gebeten und wie auch in den letzten beiden Jahren kam ein schönes Angebot zusammen. Der zu groß gewordene Rosmarin fand ebenso eine neue Bleibe wie die jungen Himbeer-Triebe, diverse Erdbeerableger und der wilde Rittersporn. Wir mussten feststellen, dass Ginnheim bereits reichlich mit Tomatensetzlingen versorgt war und unsere nicht unbedingt benötigt hätte. Andererseits, und das ist das Schöne an einer Pflanzentauschbörse: Wir haben unsere Lieblingssorten mitgebracht und dafür eine neue Sorte für unsere Sammlung mit nach Hause genommen. Und als i-Tüpfelchen gab es kräftige Auberginen-Setzlinge, die diesen Sommer erstmals Einzug in unseren Garten erhalten werden. Kontakt: kirchplatzgaertchen@yahoo.de

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