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Bokashi-Terra Preta: natürlicher Dünger für den Garten

Gemüseabfälle und Kaffeesatz für die Bokashi-Herstellung

Die Technik des Fermentierens dient nicht nur zur Haltbarmachung von Lebensmitteln. Auch Küchen- und Gartenabfälle lassen sich mit dem japanischen Bokashi-Verfahren in wertvollen organischen Dünger verwandeln. Durch Zugabe von Bio-Holzkohle lässt sich der Bokashi zur Terra Preta veredeln.

Wer Küchen- und Gartenabfälle zu Kompost verarbeiten möchte, braucht Zeit und Platz. Schneller und platzsparender lässt sich ein natürlicher Dünger mit dem japanischen Bokashi-Verfahren herstellen. Wir haben seit letztem Jahr ergänzend zu unserem Kompost zwei Bokashi-Eimer im Einsatz und produzieren damit unsere eigene Bokashi-Terra Preta.

So funktioniert die Bokashi-Herstellung

Um Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Teeblätter, verwelkte Pflanzenreste und andere organische Materialien in einen nährstoffreichen Bodenverbesserer zu verwandeln, benötigt man ein luftdicht schließendes Gefäß mit Ablaufhahn. Man kann sich die Behältnisse (ideal sind zwei zum abwechselnden Befüllen) mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst bauen. Wir nutzen zur Bokashi-Herstellung zwei fertig im Handel angebotene Kunststoffeimer mit Deckel, Siebeinsatz und einem Abfluss knapp über dem Boden.

Set für die Bokashi-Herstellung
Zubehör für die Bokashi-Herstellung: Der Siebeinsatz wird unten im Eimer platziert. Mit der Sprühflasche wird jede Lage Gemüseabfälle mit einer Lösung aus Effektiven Mikroorganismen benetzt. Über den kleinen Abflusshahn vorne am Eimer kann der sich bildende Bokashi-Flüssigdünger abgezapft werden.

Unsere zerkleinerten Küchenabfälle sammeln wir in einer 2-Liter-Dose bevor wir sie in den Bokashi-Eimer einfüllen. Das hat den Vorteil, dass der Bokashi-Behälter nicht wegen Kleinstmengen geöffnet werden muss, was den Fermentierungsprozess unnötig stören würde. Jede neue Lage wird gleichmäßig auf der vorherigen verteilt und gut angedrückt. Das Besprühen der Oberfläche mit einer Lösung aus Effektiven Mikroorganismen (EMA) sorgt dafür, dass die Fermentation des organischen Materials in Gang gesetzt wird. Nach wenigen Tagen riecht der Inhalt bereits säuerlich, wie man es von Sauerkraut kennt.

Durch Zugabe von Bio-Holzkohle zur Bokashi-Terra Preta

Die Fermentierung von organischem Material zu Bokashi und die Herstellung von Terra Preta-Erde haben zunächst einmal nicht zwingend miteinander zu tun. Der Grund, diese beiden Verfahren zu verbinden, liegt zum einen in der fäulnisverhindernden und geruchsbindenden Eigenschaft der Kohle. Noch wichtiger für die Verwendung im Garten ist jedoch die Oberflächenstruktur der vermahlenen Holzkohle, die wie ein feinporiger Schwamm funktioniert. In ihr werden die Nährstoffe aus dem Bokashi wie in einem Depot eingelagert, aus dem sich die Pflanzen nach Bedarf bedienen können. Wir benetzen für unsere Bokashi-Terra Preta jede Lage der kleingeschnittenen Gemüseabfälle zunächst mit der Lösung aus Effektiven Mikroorganismen und geben dann eine dünne Schicht gemahlener Bio-Holzkohle darüber.

Bokashi-Eimer mit Gemüseabfällen und Schicht aus Bio-Holzkohle
Gefüllter Bokashi-Eimer mit Bio-Holzkohleschicht nach 14-tägiger Ruhezeit.

Bokashi als flüssiger und fester Pflanzendünger

Während des Befüllens und dem anschließenden Reifeprozess sammelt sich im unteren, durch den Siebeinsatz abgetrennten Bereich des Eimers Bokashi-Flüssigkeit, die mit Wasser im Verhältnis eins zu zehn verdünnt als Dünger eingesetzt werden kann (der pH-Wert ist sehr sauer, daher bitte nie direkt verwenden!). Der eigentliche Bokashi sollte im fertig gefüllten Eimer zwei Wochen bei über 15 Grad Raumtemperatur ruhen bevor er weiterverarbeitet werden kann. Es ist normal, dass das fermentierte organische Material auf den ersten Blick nicht wesentlich anders aussieht als bei der Befüllung. Wie schon die Bokashi-Flüssigkeit weist es jedoch nach zwei Wochen einen sehr niedrigen pH-Wert auf und wird so im nächsten Schritt deutlich schneller in Erde umgesetzt als Küchenabfälle in einem klassischen Kompost.

Verwendung von Bokashi in Garten, Hochbeeten und Kübeln

Bokashi wird großflächig im Hochbeet verteilt, um ihn vererden zu lassen.
Bokashi muss vor dem Bepflanzen vererdet werden. In neu angelegten Beeten und Kübeln kann das Material großflächig verteilt und eingearbeitet werden. In bereits bepflanzten Beeten gräbt man den Bokashi schaufelweise oder als Furche mit Abstand zur Pflanzreihe ein. So entsteht ein Nährstoffdepot, aus dem sich die Pflanzen bedienen können.

Damit sich aus frischem und saurem Bokashi ein für die Pflanzen verwertbarer nährstoffreicher Dünger entwickelt, muss dieser zunächst in Erde eingearbeitet und von den Bodenlebewesen umgesetzt werden. Die mit Bokashi angereicherte Erde sollte zwei bis drei Wochen ruhen, damit sich der pH-Wert neutralisieren kann und die Wurzeln der Pflanzen nicht verbrennen. Wir haben für die Erstbefüllung unserer Hochbeete die Bokashi-Terra Preta großflächig eingearbeitet und mit Humusboden aufgefüllt. Für die Tomatenkübel mischen wir im unteren Drittel Bokashi mit Gartenerde und füllen dann mit Pflanzerde auf. Die Bokashi-Terra Preta dient so den Tomaten im Laufe der Saison als Nährstoffdepot. In bereits bepflanzten Beeten kann der Bokashi schaufelweise oder in einer Furche mit etwas Abstand zur Pflanzreihe als Depot eingearbeitet werden.

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