Rund ums Beet

Warum sortenfestes Saatgut die bessere Wahl ist

Industrielle Saatgutgewinnung und -vermarktung ist ein höchst einträgliches Geschäft, wie die jüngst erfolgte Übernahme von Monsanto durch Bayer belegt. Der Haken: Wo die Erzeugung von Saatgut in den Händen weniger Großkonzerne konzentriert ist, hat die Sortenvielfalt das Nachsehen. Der Kauf von sortenfestem Biosaatgut ist daher ein wichtiger Beitrag, um die vorhandene Vielfalt für die Zukunft zu sichern.

Beim Kauf lohnt es sich, auf das Kleingedruckte der Samentütchen zu schauen, wenn man keine Hybridzüchtungen in seinem Garten anbauen möchte. Zu erkennen sind diese Hybridsamen am Kürzel F1 auf der Packung. Dabei handelt es sich um spezielle Kreuzungen, die auf Merkmale wie Ertrag, Form und Aussehen etc. hin optimiert sind. Leider funktioniert das nur eine Saison lang, weil sich diese Sortenmerkmale bereits in der nächsten Generation zurückentwickeln. Damit sind Landwirte und Gärtner in hohem Maße abhängig von den Herstellern, weil sie ihr Saatgut jedes Jahr nachkaufen müssen, anstatt einen Teil der Ernte zur Aussaat im kommenden Jahr zu verwenden.

Dein Beitrag zum Erhalt alter und regional angepasster Gemüsesorten

Auswahl sortenfester Gemüsesamen
Wer sortenfestes Saatgut kauft, kann in der folgenden Saison Gemüse und Blumen aus selbst gewonnenen Samen ziehen.

Die Folge der zunehmenden Kommerzialisierung und Monopolisierung von Saatgut ist das Verschwinden alter und regionaler Gemüse- und Obstsorten. Man leistet daher einen wertvollen Beitrag, wenn man seine Sämereien und Saatkartoffeln bewusst bei Bioerzeugern und Saatgutvereinen einkauft, die sich für den Erhalt der Sortenvielfalt engagieren und mit ihrem sortenfesten Saatgut die alte Kulturtechnik der Samengewinnung und Weiterkultivierung im eigenen Garten ermöglichen. Eine kleine Auswahl an Blumen- und Gemüsesamen bieten im Frühjahr viele Bio-Märkte an oder man schaut im Internet direkt bei den Erzeugern vorbei.

Empfohlene Anbieter für Bio-Saatgut und alte Sorten

Die Bingenheimer Saatgut AG vertreibt Samen für Gemüse, Kräuter, Blumen und Gründünger in Bioqualität. Im Online-Shop werden sowohl traditionelle Sorten als auch biologisch-dynamische Neuzüchtungen angeboten.

Der Direktversand Bio-Saatgut vertreibt Samen zertifizierter Biogärtnereien. Das Sortiment umfasst Gemüse und Kräuterpflanzen, Gründünger und eine reichhaltige Auswahl an Blumensamen in Bio-Qualität.

Alte Kartoffelsorten, Biosaatgut, Biodünger und im Ökolandbau zugelassene Hilfsmittel bietet der Biogartenversand Hof Jeebel an.

Der Dreschflegel e.V. ist ein Saatgutverein, der sich für die Erhaltung der Sortenvielfalt von Gemüsesorten, Kräutern, alten Getreidearten bis hin zu Färbepflanzen und Blumen engagiert. Das reichhaltige Saatgutangebot in Bioqualität wird über den eigenen Online-Shop vertrieben.

Kartoffel-Liebhaber finden bei Tartuffli’s eine reichhaltige Auswahl an Saatkartoffeln, darunter viele alte Sorten. Außerdem vertreibt der Anbieter verschiedene Gemüsesamen in Bio-Qualität.

Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN) hält rund 2.000 alte Gemüse-, Obst- und Kräutersorten, aber auch so exotische Pflanzen wie Tabak für die Allgemeinheit zugänglich. Saatgut des nicht kommerziellen Vereins ist über den Online-Auftritt zu beziehen.

Eine Institution im Kampf um die Erhaltung der Sortenvielfalt ist der österreichische Saatgutverein ARCHE NOAH. Auf seiner Seite gibt es sortenfestes und biologisch erzeugtes Saatgut sowie viele lesenswerte Informationen rund um den Erhalt alter Sorten.

In der Schweiz hat es sich die Stiftung ProSpecieRara zur Aufgabe gemacht, die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren zu erhalten. Entsprechendes Saatgut alter Sorten und in Bio-Qualität wird in enger Zusammenarbeit mit der Sativa Rheinau AG vertrieben.

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