Allgemein Gemeinschaftsgärten

Ein interkultureller Gemeinschaftsgarten für Seckbach

Letztes Jahr hat der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus der Nachbarschaft den „GelaGarten“ gegründet. Menschen aller Altersgruppen und vieler Nationalitäten beackern dort sechs Hochbeete. Und es gibt sogar einen Spielplatz auf dem rund ein Hektar großen Gelände.

Der Gemeinschaftsgarten liegt ein wenig versteckt im Industriegebiet von Seckbach. Beim Betreten fällt uns gleich der Spielplatz auf, der professionell angelegt wurde. „Die Kinder der Bewohner unserer Übergangsunterkunft hatten keinen Platz zum Spielen. Das war der ursprüngliche Anstoß für den interkulturellen GelaGarten“, sagt Stephanie Horn vom Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe. Des Weiteren sollten sich die Bewohner der gegenüber dem Garten gelegenen Unterkunft – unter anderem für Geflüchtete und ihre Familien – mit Obst und Gemüse selbst versorgen können. Doch auch ehrenamtliche Bewohner aus dem Stadtteil gärtnern aktiv mit. „Es ging uns außerdem darum, einen Ort zu schaffen, wo Anwohner und die Bewohner der Unterkunft zusammen gärtnern und sich austauschen können“, nennt Horn einen weiteren Grund für die Schaffung des großzügig angelegten Gemeinschaftsgartens.

Mit viel Engagement wurden die Knochensteine vom Parkplatz entfernt.

Zahlreiche Unterstützer

Um das Vorhaben GelaGarten verwirklichen zu können, musste einiges geschehen, denn das Gelände, das der Grundstücksentwicklungsgesellschaft KEG gehört, war zuvor ein verwahrloster Parkplatz gewesen. „Im Zuge ihrer Social Days haben Mitarbeitende der Deutschen Bank zahlreiche Knochensteine aus dem Boden geholt und gemeinsam  mit uns Hecken bepflanzt“, erläutert Horn. Das Geld für den Spielplatz kam vom Hauptsponsor, der Deutschen Postcode Lotterie. Zudem hat der Verein  sechs große Hochbeete zur Verfügung gestellt und mit Erde befüllt. Horn: „Perspektivisch soll auch in der Erde gegärtnert werden, doch derzeit ist das noch nicht möglich.“ Ein weiteres Spendenprojekt ist der Brunnen, der eigens für den Garten gegraben wurde. „Anfangs hatten wir dadurch jede Menge Wasser“, verdeutlicht die Ehrenamtskoordinatorin, „doch wegen des Hitzesommers 2018 ist das Grundwasser so tief gesunken, dass er leider zur Zeit nicht funktioniert.“

Ehrenamtskoordinatorin Stephanie Horn tauscht sich mit Vahid, einem Bewohner der Übergangsunterkunft, aus.

Ein Hochbeet pro Familie

Seit diesem Frühjahr treffen sich Bewohner aus der Übergangsunterkunft und dem Quartier jeden Freitag um 17 Uhr zum gemeinschaftlichen Gärtnern. Die Gartengeräte sind in einem Container untergebracht, der von den Kindern bunt bemalt wurde. Angebaut werden vor allem Kartoffeln und Tomaten, aber auch einige Radieschen sehen wir in den Hochbeeten sprießen. „Jede Familie besitzt ein eigenes Hochbeet und kümmert sich selbst darum“, sagt Horn. „Darüber hinaus gibt es einige Obstbäume auf dem Gelände, die wir über Vermittlung von anstiftung& ertomis und das MainÄppelHaus bekommen haben.“ Demnächst soll ein Fußballtor aufgestellt werden, das die Kinder davon abhält, den Ball in die Hochbeete und auf den angelegten Rasen zu kicken. Auch ein Basketballkorb ist geplant. „Wir wollen die Anwohner noch mehr zum gemeinsamen Gärtnern zu bewegen“, benennt Horn das wichtigste Ziel. „Das soll durch gemeinsame Aktionen geschehen. So planen wir ein Sommerfest für den September. Doch ich bin erst einmal froh, dass der Garten von allen gut angenommen wurde.“

Der bunt bemalte Geräteschuppen fällt in dem Gemeinschaftsgarten sofort ins Auge.
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