Wo gibt's was?

Lust auf die eigene Scholle? Das Prinzip Selbsternte…

Direkt beim Bauern ein Stück Ackerfläche für die Selbstversorgung mit frischem Gemüse pachten, seit einigen Jahren erfreut sich dieser Trend wachsender Beliebtheit. Auch bei uns in der Region gibt es Landwirte, die vorbereitete Parzellen zur Verfügung stellen. Wir erklären, wie das Modell Selbsternte funktioniert.

meine ernte _54_300dpi_Fotograf Tammo Ganders
Aussähen, Unkraut jäten und ab und zu ein Schwätzchen von Ackerfurche zu Ackerfurche.
Bildquelle: Meine Ernte, Tammo Ganders

Blumenrabatten und Gartenzwergromantik sucht man hier vergeblich. Selbsterntegärtner sind ergebnisorientiert: Sie pachten saisonweise beim Bauern ein Stück Land, um ihr eigenes, biologisch erzeugtes Gemüse zu ziehen. Der Lohn sind Tomaten, Salat und Kartoffeln, die nach etwas schmecken, und die Befriedigung, sich zumindest während der Sommermonate nahezu durch die eigene Ernte versorgen zu können. Was vor einigen Jahren als Experiment einzelner Landwirte in Österreich begonnen hat, ist heute im ganzen deutschsprachigen Raum etabliert. Mittlerweile haben findige Anbieter die Selbsternte zu einem Geschäftsmodell mit professioneller Vermittlung freier Flächen und Betreuung der gärtnernden Mitglieder entwickelt. Das macht das Modell auch für Anfänger attraktiv.

Vergabe von Selbsternteflächen läuft im März und April

Wer jetzt einen Selbsterntegarten pachtet, kann sich schon bald über die ersten eigenen Radieschen freuen.
Bildquelle: ©BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler

Vom Prinzip her funktionieren alle Selbsternte- und Krautgärten ähnlich: Die Landwirte bereiten zum Saisonstart die Parzellen vor, indem sie den Boden pflügen und bereits eine Auswahl an Gemüse einsäen beziehungsweise pflanzen. Im März und April werden die Parzellen an Interessenten vergeben. Die eigentliche Saison geht von Mai bis November. Während dieser Zeit liegt die Verantwortung für Jäten, Gießen, Nachpflanzen und Ernten in den Händen der Pächter. Je nach Anbieter und persönlichem Bedarf können Flächen von rund 40 oder 80 Quadratmetern übernommen werden. Folge-Saatgut und Pflanzen, die gemeinschaftliche Nutzung von Gartengeräten und ein Wasserzugang in der Nähe sind bei den meisten Selbsternte-Modellen im Preis inbegriffen.

Wo man im Rhein-Main-Gebiet Ackerflächen pachten kann

Aus eigener Anschauung lernen, wo das Gemüse herkommt. Da schmeckt es gleich doppelt so gut.
Bildquelle: Meine Ernte, Tammo Ganders

Die Motive, warum man sich anstelle eines klassischen Gartens für das Gärtnern auf dem Acker entscheidet, sind vielfältig. Unter den Selbsterntegärtnern sind viele Familien mit Kindern, die beim Arbeiten mit der Erde spielerisch lernen, wo das Gemüse herkommt. Es gibt aber auch die Studenten-WG, die sich Arbeit und Ernte teilt, oder das Rentner-Ehepaar, das Spaß am selbstgezogenen Gemüse hat, sich aber nicht mehr ständig um einen eigenen Garten kümmern möchten. Mit einem wöchentlichen Arbeitsaufwand zwischen einer bis drei Stunden pro Woche (abhängig von Wetterlage und Erntestand) bleibt die Beanspruchung durch einen Selbsterntegarten überschaubar. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die gute Erreichbarkeit. Unter den folgenden Links findet man die im Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen aktiven Anbieter Meine Ernte und tegut Saisongärten mit Selbsterntegärten in Niedererlenbach sowie Dreieich und Schöneck-Kilianstädten. Wer nicht fündig wird, aber einen Landwirt in seiner Nähe kennt, kann auch direkt anfragen. Der eine oder andere Hof verwaltet seine Selbsternteparzellen vielleicht lieber selbst. Wir freuen uns über Tipps, falls jemand weitere empfehlenswerte Angebote aus der Region kennt!

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1 Kommentar zu “Lust auf die eigene Scholle? Das Prinzip Selbsternte…

  1. Der Birkenhof in Egelsbach bietet auch Selbsterntegärten an.

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