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Buchtipp: Guerilla Gardening trifft Street Art

Vor ein paar Tagen hatte ich vor einem Termin noch etwas Zeit zu überbrücken und stöberte, wie ich es in einer solchen Situation eigentlich immer mache, in der nächsten Buchhandlung. Dabei entdeckte ich das Buch Der City-Gärtner von Steve Wheen, der mit seinen gewitzten Miniaturgärtchen Londoner Schlaglöcher in blühende Landschaften verwandelt…

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Bilddatei: BLV Buchverlag, München

In England ist der gebürtige Australier Steve Wheen auch als der Pothole Gardener bekannt. Potholes sind Schlaglöcher, und von denen scheint es eine Menge in den Londoner Straßen zu geben, wo die meisten von Wheens Kunstwerken auf Zeit entstehen. Ist das nun Guerilla Gardening oder Street Art, was der Filmemacher und Video-Producer da macht? Beides würde ich sagen: Die Idee zum Pflanzen in Schlaglöchern entstand während seines Studiums. Die Teilnehmer eines Seminars sollten sich ein Thema suchen und dieses per Blog begleiten. Wheen vermisste das Gärtnern aus Kindertagen und er ärgerte sich über die schlechten, teils gefährlichen Straßenverhältnisse auf seinem täglichen Weg mit dem Rad zur Uni. Also griff er zur Schaufel und legte das erste Miniaturgärtchen an. Es blieb nicht bei ein paar hübschen Blümchen im Asphalt. Ergänzt durch einige ausgewählte Requisiten werden die bepflanzten Schlaglöcher zu Szenerien, die den Betrachter zur Auseinandersetzung und eigenem Assoziieren einladen. Anspruch auf Dauerhaftigkeit haben diese kleinen Kunstwerke nicht: Wheen schildert, dass sie bestenfalls einige Tage, vielleicht auch mal Wochen überleben. Es gab aber auch schon den Fall des SUVs, der nach ein paar Minuten um die Ecke bog und…

Noch mehr Gärten in Schlaglöchern

Wer nun wissen möchte, wie diese Pothole-Gardens aussehen: Das Buch Der City Gärtner ist 2013 im BLV Verlag erschienen – eine hübsche Geschenkidee, wenn man mal etwas Ausgefallenes für Gartenfreunde sucht. Doch Vorsicht: Die Schlaglochgärtnerei könnte ansteckend sein – und das soll sie auch, wenn es nach Wheen ginge. Auf seinem Blog thepotholegardener.com lädt er die Leser dazu ein, selbst in ihren Heimatstädten aktiv zu werden und ihm die Ergebnisse ihres Guerilla Gardenings zuzusenden. Soviel kann ich sagen: Ich habe in den letzten Tagen die Frankfurter Straßen mit ganz neuem Blick gesehen.

 

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