Urbanes Gärtnern

Grillen und chillen im Hafengarten

Seit gut einem Jahr gibt es jetzt den Hafengarten Offenbach. Mit rund 10.000 Quadratmetern ist er von der Fläche her das größte Urban Gardening-Projekt in der Region. An diesem Wochenende luden die Hafengärtner zu einem entspannten Grillnachmittag ein. Wir waren neugierig, wie sich das bunte Projekt seit unserem letzten Besuch entwickelt hat und kamen vorbeigeradelt.

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Ein enstpannter Grillnachmittag im Hafengarten.

Das Wetter an diesem Maiwochenende hat es gut mit den Hafengärtnern gemeint. Die sommerlichen Temperaturen boten optimale Bedingungen zum Grillen und Chillen. Bereits beim Betreten der Brachfläche auf dem alten Hafenareal fallen uns einige optische Veränderungen auf: Alles wirkt ein wenig strukturierter als noch im vergangenen Jahr und es gibt mehr Hochbeete zu sehen. Sogar eine selbstgezimmerte Gartenhütte können wir entdecken. Dennoch nutzen viele Hafengärtner immer noch die unterschiedlichsten Behälter zum Pflanzen. Das reicht vom Vogelkäfig bis hin zum Speiseölkanister. Grund für dieses bunte Sammelsurium, das für uns den besonderen Charme des Urban Gardening-Projekts ausmacht, ist der stark belastete Boden. Er war daher vor Beginn des Projekts eigens mit einem Schutzvlies und einer Schicht Kies bedeckt worden. Dennoch darf man Obst und Gemüse sicherheitshalber nur über dem Boden anbauen.

Möbel aus Europaletten

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Dieses Hochbeet aus Europaletten wurde in einem Workshop hergestellt …

Der Rauch am hinteren Ende des Gemeinschaftsgartens zeigt uns, dass die Grillaktivitäten in vollem Gange sind. Beim Näherkommen entdecken wir auch ein buntes Büffet mit vegetarischen Speisen. Der Grillnachmittag spielt sich rund um den alten Eisenbahnwaggon ab, der wie wir erfahren, aufwendig restauriert wurde und seit rund einem Monat als Café, Veranstaltungsort und Anlaufstelle für die Pächter dient.

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… genauso, wie der Eingang zum Waggon-Kiosk.

Uns fällt auf, dass die Tische und Bänke an denen die Hafengärtner sitzen, aus Europaletten gebaut sind. Auch einige Hochbeete und die Treppe, die zum Eingang des Waggons führt, bestehen aus den Holzelementen. „Das alles stammt von einem Upcycling-Workshop, bei dem wir u.a. Hochbeete und Möbeln aus Paletten gebaut haben“, klärt uns Isabel Scheid vom Hafengarten-Team auf. Mit der HFG-Studentin hatten wir bereits bei unserem letzten Besuch gesprochen. Von ihr erfahren wir, dass an diesem Tag auch die bunten Stoffwimpel angefertigt wurden, die jetzt über unseren Köpfen im Wind baumeln.

Neu Projekte im Hafengarten

Mit am Tisch sitzt Alexandra Walker, die neue Projektleiterin im Team. „Es gibt für mich viel zu Organisieren und jede Menge Administratives“, sagt sie. „Dazu gehört bspw. die Vergabe der Plätze an die Pächter, für deren Anliegen ich jederzeit ein offenes Ohr haben muss.“ Sowohl die Halbtagsstelle von Walker, als auch die Tätigkeit von Scheid werden von der Mainviertel GmbH & Co. KG, der Besitzerin des Geländes, finanziert. „Wir arbeiten hier mehr, als eigentlich vorgesehen“, verdeutlicht Walker. „Aber das ist in Ordnung, denn die Arbeit macht uns viel Spaß.“ Zu ihrem Job gehört auch die Betreuung der neuen Projekte im Hafengarten. So wurde erst kürzlich der erste ein Bienenstock im Hafengarten angesiedelt, zur Sicherheit oben auf dem Bürocontainer. Eine weitere Initiative ist ein einwöchiges Praktikum  im Hafengarten, das gemeinsam mit KIZ ins Leben gerufen wurde. Die Initiative ermöglicht u.a. jungen Erwachsenen das Erreichen der Praktikumsreife. „Wir hatten bislang zwei Praktikanten, die uns geholfen haben, neue Hochbeete und eine Infotafel zu bauen“, informiert Scheid.

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Da der Boden im Hafengarten belastet ist, werden Obst und Gemüse vor allem in Pflanzbehältern wie diesen Jutesäcken gezüchtet.

Auch über die weitere Gestaltung des Hafengartens haben beide Hafengärtnerinnen genaue Vorstellungen: „Damit unser Garten optisch noch schöner wird, sollte er mehr in die Höhe wachsen, z.B. würden wir gerne Sonnendächer und höhere Pflanzgestelle errichten“, verdeutlicht Walker. Und Scheid ergänzt: „Wir möchten weitere Aktionen und Workshops anbieten, bspw. zum Thema Kräuterzucht und dem Bau von Beeten aus Recycling-Material.“

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