Biene & Co.

Ein Festival für die Biene

Am 19. September findet im Botanischen Garten das 1. Frankfurter Bienenfestival statt. Auf dem Forum präsentieren Frankfurter Imker und Initiativen ihre Arbeit rund um die Stadtbienenhaltung. Zum Rahmenprogramm gehören auch Fachvorträge namhafter Bienenforscher sowie ein Honigmarkt mit lokalen Honigprodukten und Mitmachangeboten für Kinder. Frankfurter Beete sprach mit Initiator Thorsten Herget über das Festival und seine Motivation zu imkern.

Thorsten Herget
Obwohl Thorsten Herget erst seit vier Jahren imkert, ist er bereits ein bekanntes Gesicht in der alternativen Stadtimker-Szene. So leitet Thorsten die Bienengruppe im Frankfurter Garten und er hat den Bienenkisten-Stammtisch ins Leben gerufen. Außerdem ist er im Verein Mellifera aktiv, der sich für eine wesensgemäße, nachhaltige und ökologische Bienenhaltung einsetzt. (Foto: Thorsten Herget)

Thorsten, wessen Idee war das Bienenfestival?

Die Idee stammte von mir. Ich war vor einiger Zeit auf einer Veranstaltung zum Thema Bienen, wo es mehr um Sponsoring und Vermarktung ging, als um die gelben Nützlinge. Da dachte ich mir, es wäre doch schön, ein Forum zu veranstalten, wo sich Imker treffen und austauschen können, man aber auch der Öffentlichkeit zeigt, wie vielfältig das Thema Bienen in Frankfurt ist.

Wer ist noch an dem Projekt beteiligt?

Da ist zum einen Ron Liebsch. Er ist Imker und hilft auch bei den Bienenrettern mit. Dann Sebastian Wernig, der die Bienen auf der Kfw-Dachterasse in Bockenheim betreut und Swea Schulz, die unser Logo gebaut hat. Auch Bärbel Praetorius und Ursula Lanzendorf von Slowfood Frankfurt unterstützen uns.

Welches Programm erwartet die Besucher am 19. September?

Auf unserer Infobühne gibt es Vorträge einiger hochkarätiger Bienenforscher. So kommt Prof. Bernd Grünewald vom Institut für Bienenkunde in Oberursel, der über die Lernleistung von Bienen referiert. Dann hält Erhard Maria Klein, der Erfinder der Bienenkiste, einen Vortrag und zeigt, warum diese derzeit so populär ist. Außerdem wird Prof. Christian Winter eine Führung zu seinen Bienen im Botanischen Garten anbieten. Das ist ein aus historischer Sicht ein spannender Ort, weil dort ein Bienenhaus von Prof. Lindauer steht, einem Schüler von Karl von Frisch – derjenige der den Schwänzeltanz der Biene entschlüsselt hat und dafür 1973 den Nobelpreis bekam.

Was gibt es sonst zu sehen?

Wir haben einen Honigmarkt, wo Frankfurter Imker ihren eigenen Honig verkaufen. Es ist geplant, eine „Honigbar“ zu installieren, wo man anhand einer Stadtkarte lokale Honigsorten probieren kann. Außerdem wird es einige Infostände geben, zum Beispiel von Bienenretter, Mellifera, dem Frankfurter Imkerverein, dem Frankfurter Garten, Slowfood Frankfurt und der Naturschule Hessen. Auch das Grünflächenamt und Green City werden vor Ort sein.

Bienenkiste Frankfurter Garten
Die Bienenkiste – wie hier das rote angestrichene Exemplar im Frankfurter Garten – ist eine einfache Holzkiste, die man selbst bauen kann. Sie ermöglicht ein wesensgemäßes Imkern.

Weshalb findet das Fest im Botanischen Garten statt?

Das war eigentlich ein Zufall. Unser Orgateam des Bienenfestivals hatten Manfred Wessel, den Leiter des Botanischen Gartens, einfach mal angesprochen. Er war gleich von der Idee angetan und hat uns die komplette Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Wie bist Du eigentlich darauf gekommen, zu imkern?

Ich bin vor einigen Jahren im Internet auf die Website Bienenkiste.de gestoßen und war zunächst kritisch gegenüber der dortigen Aussage, dass man auch mit wenig Wissen und Zeitaufwand imkern kann. Als ich dann aber einen Schrebergarten am Rebstock übernahm, probierte ich es einfach aus. Durch ein Schlüsselerlebnis war es dann um mich geschehen (lacht). Das passierte, als ich meinen ersten Bienenschwarm eingefangen habe. Für eine Bienenenkiste benötigt man nämlich Bienen, die ausschwärmen, denn sie besitzen noch einen natürlichen Bautrieb und fertigen selbst ihre Waben an.

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