Stadtgrün

Mehr Futter für die Biotonne

Für alle, denen es um die nachhaltige Verwertung von kompostierbaren Küchenabfällen und Grünschnitt geht, ist die Biotonne heute nicht mehr wegzudenken. Ab Anfang April leert die FES die braunen Tonnen in ausgewählten Stadtteilen testweise einmal pro Woche, anstatt wie sonst üblich alle zwei Wochen. Das Ziel: mehr Kompost und weniger Gerüche in den warmen Sommermonaten.

Jeder Hobbygärtner und jede Hobbygärtnerin weiß es zu schätzen, wenn der Grünschnitt nicht mehr mühevoll per Auto oder Schubkarren in die nächste Sammelstelle der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH gebracht werden muss, sondern bequem direkt am Haus in die Tonnen mit dem braunen Deckel entsorgt werden kann. Und es geschieht noch etwas Gutes damit, denn die Abfälle landen in der Bioabfallbehandlungsanlage der RMB Rhein-Main Biokompost GmbH. im Osthafen. Dort werden sie jährlich in rund 14.000 Tonnen Komposterde und 4,5 Millionen Kubikmeter Biogas umgewandelt – eine beeindruckende Zahl. Die Komposterde kann man wiederum günstig abgepackt oder lose vor Ort kaufen. So schließt sich der nachhaltige Kreis. Auch wir haben unsere neuen Hochbeete zum großen Teil mit Erde von dort bestückt.

Wöchentliche Leerung in zehn Stadtteilen

Zeigten gemeinsam, was in die Biotonne darf (v.l.): Peter Dommermuth, Dirk Remmert und Rosemarie Heilig.

Das System funktioniert seit mehr als 20 Jahren eigentlich sehr gut, doch es gibt ein Problem: Rund 40 Prozent Bioabfälle landen laut Aussage der FES im Restmüll, also dort, wo sie eigentlich nicht hingehören. „Das hat uns veranlasst, zunächst innerhalb eines Modellversuchs die Taktung der Tonnenleerung zu erhöhen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Wir hoffen so die Bevölkerung dazu zu motivieren, mehr kompostierbare Abfälle in die Biotonnen zu entsorgen.“ Von April bis Oktober werden in folgenden Stadtteilen die braunen Tonnen einmal in der Woche geleert: Griesheim Süd, Schwanheim, Sindlingen, Zeilsheim, Harheim, Frankfurter Berg, Eckenheim, Ginnheim, Dornbusch und Westend Nord. „Der Test wird im nächsten Jahr wiederholt. Es ist uns wichtig, dass er über einen längeren Zeitraum geht, denn die Bevölkerung kann so besser über den Nutzen der Biotonnen informiert werden“, betont Peter Dommermuth, Leiter des Umweltamtes.

Was darf in die Biotonne?

Eine weitere Herausforderung für das System Biotonne ist, dass häufig Müll hineingelangt, der dort nichts zu suchen hat. „Kunststoffe, Sand und Kehricht behindern die nachhaltige Verwertung von Bioabfall erheblich“, weiß FES-Geschäftsführer Dirk Remmert. „Wir werben daher mit einer eigenen Micro-Website, Aufklebern für Mülltonnen und eigens designten Mülltüten aus Papier dafür, dass wirklich nur kompostierbare Abfälle in die Braunen Tonnen gelangen.“ Vor allem Plastik stellt ein Problem dar, denn es kann beim Kompostiervorgang nicht zersetzt werden. „Auch die als kompostierbar geltende Mülltüte aus Maismehl gehört nicht in den Biomüll, denn sie baut sich zu langsam ab und taucht im Kompost als Störstoff auf“, ergänzt Heilig. Wir haben ebenfalls noch einmal nachgeschaut, was eigentlich alles in die Biotonne darf und was nicht. Hier eine Übersicht:

Das darf in die Biotonne:

  • Alle biologisch abbaubaren Abfälle aus privaten Haushalten
  • Obst- und Gemüseabfälle (auch Zitrusfrüchte, Bananen- und Nussschalen)
  • Rohe und gekochte Speise- und Lebensmittelreste
  • Kaffee- und Teesatz, Filtertüten, Eierschalen
  • Grünschnitt und Laub
  • Papiertüten und Zeitungspapier

Das darf nicht in die Biotonne:

  • Küchen- und Speiseabfälle aus dem gewerblichen Bereich
  • Plastiktüten, Verpackungen aus Kunststoff und Metall
  • Kehricht, Sand und Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen
  • Windeln und andere gebrauchte Hygieneartikel, Kleintierstreu
  • Flüssigkeiten, z. B. Suppen, Soßen und Getränke


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