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Gemeinschaftsgärten

Gelungener Startschuss für den Gallus Garten

Am vergangenen Samstag feierte ein neues Urban Gardening-Projekt in Frankfurt Premiere. Mit dem „Gallus Garten“ entsteht derzeit ein schöner Stadtgarten, der nicht nur durch seine Größe besticht, sondern auch die kulturelle Vielfalt im Stadtteil widerspiegelt. Wir waren vor Ort und haben mit einigen der Initiatoren gesprochen.

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Die Redner der Eröffnungsfeier (v.li.): Maria Schmedt vom Quartiersmanagement Gallus, Torsten Jens von der Naturschule Hessen, Matthias Maurel, ein am Gartenprojekt beteiligter Bürger, und Jessica Wiegand von Kinder im Zentrum Gallus e.V..

Das neue Gartenprojekt liegt an der Schneidhainer Straße in direkter Nachbarschaft zum neuen Europaviertel, mitten im „Kamerun“, wie das alte Arbeiterviertel gerne genannt wird. Die Rasenfläche befindet sich zwischen zwei Reihen mit Miethäusern und ist rund 1.000 Quadratmeter groß. Als wir mit dem Fahrrad dort eintreffen, hält gerade Jessica Wiegand, Leiterin des Projekts „Inklusiver Sozialraum Gallus“ des Vereins Kinder im Zentrum Gallus, auf einer Bühne aus Palletten eine Rede. Sie ist eine der Initiatorinnen aus dem in direkter Nachbarschaft gelegenen Mehrgenerationenhaus. Etwa 50 Gartenfreunde feiern auf dem Grundstück, das von Hochbeeten mit kleinen Obstspalierbäumchen eingerahmt und mit vielen Luftballons geschmückt ist. „Das Mehrgenerationenhaus spielte schon seit Jahren mit dem Gedanken, einen Garten für die Kindergarten- und Hortkinder zu schaffen, die in unserem Haus aktiv sind“, erläutert Wiegand bei ihrem Vortrag. „Letztes Jahr sind wir das Projekt dann konkret angegangen und haben uns mit dem Quartiermanagement Gallus zusammengetan.“ Maria Schmedt vom Quartiersmanagement der Caritas, ebenfalls Rednerin, ergänzt: „Wir hatten zuvor eine Bewohnerbefragung gestartet, wie sich alte Stadtteilbewohner und die neuen im Europaviertel verbinden können. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem öffentliche Grünflächen vermisst wurden. Alle Befragten wollten zudem Urban Gardening. So traf sich gut, dass es schon diesbezügliche Überlegungen gab.“

Viele Kooperationspartner im Boot

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Auffällig an dem Gartenprojekt sind die vielen liebevoll gestalteten Hochbeete.

Wie wir weiter erfahren, waren erst im Februar die Genehmigung vom Ortsbeirat erteilt und damit Zuschüsse möglich geworden, wenig Zeit also, um das Projekt noch vor den Sommerferien auf die Beine zu stellen. Doch da sich viele Bürger, Ämter sowie gewerbliche Partner aktiv beteiligen, steht das Gartenprojekt bereits in voller Blüte. Allein das Grünflächenamt hat rund 18 Kubikmeter Pflanzerde zur Verfügung gestellt und hilft dabei, einen Antrag beim Stadtplanungsamt zu stellen, um Finanzen für die Planung aller vier zur Verfügung stehenden Flächen zu erhalten. Auch die Deutsche Bank beteiligte sich, sowohl mit Spenden als auch mit Volontären, die bei einem Social Day kräftig mit anpackten. „Die BPD hat zudem die ersten 40 Palletten für die Hochbeete spendiert und die GFFB eine Infowand gebaut, die zudem Platz für Pflanzenspenden bietet“, verdeutlicht Wiegand. Ein wichtiger Partner ist auch die Naturschule Hessen. Die Macher Torsten Jens und Stephanie König unterstützen mit ihrem Projekt „GrünTöne“ den Stadtgarten. Von ihnen wurde die schön gestaltete Pallettenbühne nebst Banner direkt am Eingang des Gartens errichtet. „Ich habe schon viele Gartenprojekte durchgeführt und begleitet und dabei festgestellt, dass Pflanzen oftmals nur verwaltet werden“, sagt Jens. „Das ist hier aber nicht der Fall. Es gibt so viele mit Herzblut gestaltete Beete, das ist ein guter Start für das Projekt.“

Die meisten Kinder arbeiten gerne mit Pflanzen

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Vor allem die Kinder hatten sichtlich Spaß im Gallus Garten.

Neben den vielen offiziellen Partnern sind an diesem Eröffnungstag auch auffällig viele Kinder zu sehen, die zwischen den Beeten herumwuseln. „Ihnen macht die Arbeit mit Pflanzen besonders viel Spaß“, weiß Wiegand, als wir nach dem Grund fragen. „Mit unserer Kindergruppe aus dem Mehrgenerationenhaus haben wir bereits Insektenhotels gebaut, die noch aufgestellt werden.“ Langfristig soll als Schutz vor dem Autoverkehr eine Fläche für die Kita-Kinder eingezäunt werden. „Hier darf jeder ernten“, betont die Projektleiterin. Allein die Hochbeete, für die wir Patenschaften vergeben haben, sollen nur denen zur Verfügung stehen, die dort etwas gepflanzt haben. „Auf den hinteren Flächen, wo derzeit noch die Container der Kita stehen, wird künftig möglicherweise eine Streuobstwiese oder eine Bienenweide entstehen“, wirft Wiegand einen Blick in die Zukunft. Perspektivisch sollen alle Flächen bewirtschaftet werden. „Doch zunächst muss regulär überall der Boden untersucht, dann ausgekoffert und gegebenenfalls mit guter neuer Erde befüllt werden.“

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Für die Hochbeete werden eigens Patenschaften vergeben.

Auch wenn viele der Hochbeete bereits vergeben sind, gibt es noch die Möglichkeit, bei dem ambitionierten Gartenprojekt mitzumachen. „Vor allem für das nächste Jahr, wenn die Flächen erweitert werden, suchen wir noch Paten für die Beete“, informiert Wiegand. „Wer Interesse hat, kann sich per Mail unter jessica.wiegand@kiz-gallus.de melden oder einfach vorbeikommen. Wir treffen uns bis zum Herbst jeden ersten Samstag im Monat um 10 Uhr direkt vor Ort.“

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Diskussion

Eine Antwort auf “Gelungener Startschuss für den Gallus Garten”

  1. Hallo und Danke für den ausführlichen Beitrag zur Garteneröffnung.
    Kinder sind in der Tat besonders stark im GallusGarten engagiert, neben den vielen Kindereinrichtungen und Initiativen gibt es etliche Familien mit Kleinkindern, denen es sichtlich Spaß macht, im GallusGarten herumzuwuseln :-)
    Ergänzend möchte ich anregen, daß ihr im Beitrag auf unser Gartenblog hinweist könntet, denn da gibt es schon viele tolle Berichte und Fotos und natürlich die aktuellen Infos und Termine:
    https://gallusgarten.wordpress.com

    Von Telly | 14. Juni 2016, 12:34

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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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