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Rund ums Beet

Garten und Balkon in eine Schmetterlingsweide verwandeln

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht über den Anblick der eleganten und oft farbenprächtigen Schmetterlinge freuen würde. Damit Garten und Balkon im Sommer zu einer Schmetterlingsweide werden, müssen wir den hoch spezialisierten Insekten die passenden Pflanzen bieten.

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Der Frankfurter Schmetterlingsexperte August Jung gab Einblicke in die Welt der Tag- und Nachtfalter.

Den Anstoß, dass wir uns einmal näher mit dem Thema Schmetterlinge im Garten befassen, gab ein Vortrag von August Jung am vergangenen Samstag. Der Frankfurter Garten hatte den 87-jährigen Schmetterlingsexperten in seinen Zukunftspavillon am Goetheplatz eingeladen, um über die Vielfalt und Lebensbedingungen der rund 3.700 Schmetterlingsarten in Deutschland zu sprechen. Jungs persönliche Beobachtungen decken sich mit Meldungen von Naturschutzorganisationen, dass die Zahl der Schmetterlinge in den letzten Jahren stark rückläufig sei. Ohnehin sind nur knapp fünf Prozent der Schmetterlinge Tagfalter – die überwiegende Zahl ist nachtaktiv. Und von den rund 180 tagaktiven Schmetterlingsarten stehen bereits rund zwei Drittel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Hauptgrund ist die Abnahme des Nahrungsangebots für Raupen und Schmetterlinge. In ländlichen Regionen werden Magerwiesen und wilde Hecken zunehmend durch Monokulturen verdrängt. In privaten Gärten blühen häufig ungeeignete Züchtungen. Das macht den bunten Faltern, die je nach Art auf den Nektar weniger Pflanzensorten spezialisiert sind, das Leben schwer.

Nektarreiche Pflanzen ziehen Schmetterlinge magisch an

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Kohlweißlinge sind regelmäßige Besucher unseres Kräuterbeets.

Schmetterlinge werden mit ihren feinen Sensoren auch über weite Strecken von Duft angezogen. Mit ihrem ausrollbaren Rüssel saugen sie den Nektar aus den Blütenkelchen ihrer bevorzugten Futterpflanzen. Zu den wohl stärksten Schmetterlingsmagneten gehört der Sommerflieder, der mit seinen violetten, purpur oder weiß farbenen Blüten zahlreichen Schmetterlingsarten als Nahrungslieferant dient. Wer etwas weniger Platz zur Verfügung hat, kann auch mit Kräutern und Stauden eine Schmetterlingsweide anlegen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie beliebt blühende Kräuter wie Lavendel, Majoran, Melisse, Rosmarin, Salbei und Thymian nicht nur bei Schmetterlingen, sondern auch bei Bienen und Hummeln sind. Gern besuchte Anflugstationen im Blumenbeet sind nektarreiche Stauden wie Astern, Fetthenne, Flockenblume, Kugeldisteln, Mädchenauge, Margerite, Nachtkerze, ungefüllte Pfingstrosen, Sonnenbraut, Sonnenhut und Witwenblume. Und dann gibt es noch schmetterlingsfreundliche Saatgutmischungen mit deren Hilfe man im Garten Blühstreifen und Blumeninseln anlegen kann.

Schmetterlinge in allen Entwicklungsstadien unterstützen

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Tagpfauenauge beim Sonnenbad auf der Umrandung unseres Wasserbassins.

Tagaktive Schmetterlinge lassen sich von der Sonne aufwärmen, daher sind sonnige Plätze bevorzugte Anflugstationen. Wer einen größeren Garten mit Bäumen und Hecken hat, sollte diesen nicht zu penibel aufräumen: Zu Boden gefallene Früchte werden gerne als Nahrungsquelle genutzt. Und in Herbst und Winter finden Schmetterlinge in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien von Eiern über Raupen und Puppen bis hin zum ausgebildeten Falter unter Laubhaufen Schutz zum Überwintern. Wer gerne das Tagpfauenauge oder den Kleinen Fuchs in seinem Garten hat, kann am Gartenrand gerne Brennnesseln als Futterpflanze für ihre Raupen stehen lassen.


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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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