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Summ, summ!

Hilfe, wir haben ein Wespennest im Garten!

Vergangene Woche bei einem Frühstück in unserem Garten haben wir es entdeckt: Unter dem Dachvorsprung unserer Gartenhütte gibt es ein Wespennest. Die schwarz-gelben Insekten gehen dort emsig ein und aus. Doch sie sind nicht aggressiv und haben uns bislang einfach ignoriert. Was also tun, den Kammerjäger holen oder cool bleiben? Wir haben uns für letzteres entschieden.

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Friedfertiger Vertreter: Die sächsische Wespe (Foto: Manfred Kunz)

Wespen gehören nicht eben zu den beliebtesten Insekten, denn ihre Stiche können schmerzhaft sein und bspw. bei Allergikern gefährliche Reaktionen hervorrufen. Zudem sind viele auf Süßes oder Gegrilltes scharf und stören so manches Sommerfest. Doch die Wespen in unserem Garten blieben nicht nur bei unserem morgendlichen Frühstück, sondern auch beim späteren Würstchen Grillen auffallend ruhig. Woran liegt es, dass sie nicht dem Klischee der aggressiven Wespe entsprechen? Wir haben uns kundig gemacht und herausgefunden, dass es viele Wespenarten gibt, die sich auch unterschiedlich verhalten. Vor allem die Deutsche Wespe und die so genannte gemeine Wespe kreisen gerne lästig um Getränke und Speisen. Die friedfertige Mittlere Wespe und die Sächsische Wespe interessieren sich dagegen überhaupt nicht für Lebensmittel, sondern nur für Schädlinge. Sie sind daher für Gärtner sehr nützlich. Doch wie unterscheidet man die einzelnen Wespenarten?

Hinweis Größe und Nestbau

Wespennester werden schichtartig aus Holzfasern und Spucke gebaut.

Beliebter Standort: Das Wespennest – wir vermuten sächsische Einwanderer – befindet sich direkt an der Regenrinne unter unserem Gartendach.

Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, beides übrigens Einwanderer aus Neuseeland, unterscheiden sich durch ihre Größe von den kleineren friedfertigen Wespenarten und durch ihren Nestbau. Bei ersteren handelt es sich um sogenannte Dunkelhöhlennister, die gerne in Erdhöhlen oder in Rolladenkästen und dunklen Dachböden ihre Nester bauen und Volksstärken von mehreren tausend Tieren erreichen können. Die Mittlere Wespe baut dagegen wesentlich kleinere Nester, die nur an einem Stiel aufgehängt sind. Die Außenhülle der Dunkelhöhlennister weist eine schuppenartige Struktur auf, während die der anderen Arten quergestreift sind. Beim näheren Blick auf das Nest in unserem Garten wird also sofort klar, dass wir es mit einem friedfertigen Vertreter der Gattung Vespidae zu tun haben, denn das Nest ist klein und zeigt eine quergestreifte Musterung.

Schützenswerte Flugkünstler

Auch wenn die Deutsche und Gemeine Wespe nicht zu den geschützten Tierarten gehört wie bspw. die Hornisse, die größte Wespenart, dürfen ihre Nester laut Bundesnaturschutzgesetz nicht zerstört werden. Besser ist es, einfach bis zum Herbst zu warten, wenn die Tiere von alleine das Nest verlassen oder sterben. Dann kann man es leicht selbst entfernen. Wichtig ist vor allem aber der richtige Umgang mit den schwarzen-gelben Flugkünstlern, dann ist meist  ein friedliches Zusammenleben möglich. Wespen sind sehr nützlich sind und vertilgen nicht nur Schädlinge, sondern sorgen auch für eine Bestäubung von Blütenpflanzen, was angesichts des zunehmenden Verschwindens der Bienenvölker besonders wichtig ist. Ein paar Verhaltensregeln im Umgang mit Wespen und einen Kontakt für Erste Hilfe bei entdeckten Nestern gibt der BUND auf seinen Seiten. Vor allem aber heißt es: Ruhe bewahren und die Insekten nicht reizen. Dann bleiben sie in der Regel friedlich. Die Wespen in unserem Garten waren jedenfalls so entspannt, dass wir problemlos Nahfotos von ihrem Nest machen konnten.


Diskussion

5 Antworten auf “Hilfe, wir haben ein Wespennest im Garten!”

  1. Ich finde es sehr richtig u. schön, dass ihr versucht, Vorurteile gegenüber Wespen zu beseitigen. Allerdings stört mich, dass ihr von Wespenstichen schreibt, wo die Wespen doch keinen Rüssel haben wie die Bienen. Wespen beißen ggf. nur. (Siehe Abbildung!)

    Von Jörg Harraschain | 24. Juli 2014, 17:10
    • Hallo Jörg, danke für Deine Anmerkung. Ich habe mich noch mal schlau gemacht, da es ja unterschiedliche Meinungen dazu gibt, welche Insekten stechen und welche beißen. Das Ergebnis: Bienen, Wespen und sogar Hummeln haben einen Stachel und können also stechen. Ich bin neulich sogar selbst von einer Hummel gestochen worden und habe mich darüber gewundert.

      Von Thomas | 25. Juli 2014, 10:45
    • Bienen stechen nicht mit dem Rüssel.
      (Dann wären Elefanten ja richtig gefährlich).

      Jetzt mal im Ernst.

      Wespen haben einen “einteiligen Stachel” der glatt und ohne Wiederhaken ist.

      Bienen haben einen “gespalteten Stachel” mit Wiederhaken. (am Bobes und nicht im Gesicht)

      Diese zwei Hälften arbeiten sich durch unsere Lederhaut ins innere vor, wie in einer Art Eiskralle.
      Durch die weitere Muskelaktion des ausgerissenen Stachelapperates wird das Gift, aus der immer noch anhängenden Giftblase, in das Gewebe gepumt.
      Dadurch zieht sich der geteilte Stachel auch immer tiefer rein.
      (nur bei Säugetieren, wie wir)

      Wespen könne aufgrund des einteiligen, nicht vorhandenen Wiederhaken öfter stechen.

      Nun zu Dir Thomas:

      Wie lange hast Du die Hummel geärget oder bist Du drauf getreten?

      Wenn nicht drauf getreten dann hast Du Sie wohl verärgert.
      Und dies bedarf einigem.

      Hummeln sind sehr, sehr friedliech.
      Ärgerst Du sie, sind sie sehr geduldig.
      Hörst Du nicht auf werden sie dich warnen indem sie mit einem (meistens der rechte) der Vorderbeine winken.
      Dies solltest Du als Warnung nehmen.

      Hörst Du immer noch nicht auf so wird sie sich auf den Rücken legen um Dir den Bauch (Stachel) zu zeigen.

      Spätestens dann solltest Du Laufen.

      Solltest Du schon soweit weg sein,
      trotzdem alles Gute. :-)

      Der nette Imker von nebenan

      Von Der nette Imker von nebenan | 28. Juli 2014, 20:39
      • Hallo netter Imker von nebenan,

        danke für die Richtigstellungen zum Thema Stachel und Rüssel bei Bienen, Hummeln und Wespen. Was meinen Hummelstich angeht, so habe ich diesen erhalten, als ich meine Geranien zupfen wollte, in denen sich eine Hummel versteckt hielt. Ich habe sie einfach nicht gesehen. Der Daumen ist ordentlich angeschwollen, aber am nächsten Tag war wieder alles OK. Dass Hummeln im Allgemeinen friedlich sind, kann ich bestätigen. Die Hummeln in unserem Garten lassen sich jedenfalls beim Nektar-Sammeln von unserem alten Lavendel-Strauch überhaupt nicht stören, selbst wenn ich drumherum den Rasen mähe.

        Gartengrüße
        Thomas

        Von Thomas | 29. Juli 2014, 13:07
  2. Tolle Seite! Gerade, den Tipp, dass die Tiere die Nester im Herbst verlassen, und man im nächsten Jahr vermutlich keinen Ärger mehr damit haben wird, finde ich sehr wichtig. Gut, dass das mal gesagt wird! Wer sich wirklich mit dem Thema auseinander setzt und verstehen lernt wie ein Wespenstamm lebt und wie so ein Nest gebaut wird, weiß, dass auch Möglichkeiten gibt friedlich mit den Wespen zu leben. Sofern keine kleinen Kinder neben dem Nest spielen oÄ. Den nützlichen Tieren brutal den Lebensraum zu zerstören sollte wirklich für den absoluten Notfall aufgehoben werden.

    Es ist überaus wichtig sich in solchen Fällen an den Fachmann zu wenden, der weiß was er tut.

    Von Pro-Wespennest | 24. Mai 2016, 14:24

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