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Gemeinschaftsgärten

Ein Schulgarten für alle Sinne

Die Pestalozzischule im Riederwald besitzt einen großen Schulgarten, der von den Schülern liebevoll gepflegt wird. Wie viele andere Schulklassen, nahm auch die 2b am diesjährigen Wettbewerb 1822-Schule und Natur der Stiftung der Frankfurter Sparkasse teil und gewann mit ihrem Projekt „Ein Sinnesgärtchen mit Tieren und Pflanzen“ in der Kategorie Klassen und Kleinprojekte. Wir haben die stolzen Sieger besucht.

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Nach dem gemeinsamen Gärtnern verzehren die Schüler mit Klassenlehrerin Helga Göpper gemeinsam Erzeugnisse des Schulgartens.

Der Schulgarten liegt ein wenig versteckt neben dem alten Backsteinbau der Pestalozzischule in der Vatterstraße. Beim Betreten des rund 600 Quadratmeter großen Geländes stechen sofort das üppige Grün und die alten Baumbestände ins Auge. „Den Garten gibt es bereits seit rund 80 Jahren“, bestätigt Helga Göpper, Klassenlehrerin der 2b. Sie betreut den Schulgarten seit vielen Jahren und hat sich das Gärtnerwissen selbst erworben, wie sie uns erklärt. Mit der Garten AG, die sich aus Schülern mehrerer Klassen zusammensetzt, und ihrer eigenen Klasse trifft sie sich regelmäßig, um zu gärtnern. „Wir nehmen seit Jahren erfolgreich am Wettbewerb der Sparkassen-Stiftung teil und gewinnen immer wieder Preise“, verrät sie nicht ohne Stolz. Zusammen mit Spanischlehrerin Liliana Alem unterrichtet sie ihre Klasse zweisprachig. Dabei sei die Idee für das bilinguale Gartenprojekt entstanden, das auch „Los Cincos Sentidos“ getauft wurde.

Die Sinne nutzen

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Eine ehrenamtliche Gärtnerin vermittelt einem Schüler ihr Wissen.

Entsprechend der fünf Sinne des Menschen hatten die Kinder der 2b für das Projekt fünf Stationen im Garten aufgestellt. Dort konnten die anderen Schulklassen bei einem Rundgang allerlei riechen, schmecken, hören, fühlen und sehen. So gab es sognannte Fühlkästen, wo verschiedene Gegenstände aus dem Garten wie Steine, Erde oder Kirschkerne ertastet werden sollten. „Für den Bereich Sehen haben wir am alten Kaninchenstall ein Periskop installiert“, ergänzt Helga Göpper. „Beim Durchschauen konnten die Kinder Modelle von Spinnen, Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten sehen und diese klassifizieren.“ An der Hörstation mussten dagegen Geräusche wie das Wässern mit einer Gießkanne erraten werden. Für den Bereich Riechen war ein Tisch mit Riechdöschen aufgestellt worden.

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Gemeinsam mit zwei Schülern begutachten Helga Göpper und Schulleiterin Anna-Elisabeth Wehr (li.) ein Hochbeet

Mit dem Konzept überzeugten die Schüler schließlich auch die vierköpfige Jury der Sparkassen-Stiftung, die das Projekt begutachten. Ende Juni fand die Siegerehrung statt, bei der die ganze Klasse anwesend war. Von dem Preisgeld in Höhe von 350 Euro will die Klassenlehrerin unter anderem neue Gartengeräte kaufen, aber auch für Speisen und Getränke, welche die Kinder im Garten verzehren. So gibt es dort einen selbstgebauten Lehmofen, in dem regelmäßig Pizza gemacht wird. „Wir haben viele Ausgaben“, sagt sie. „So brauchen wir neben kleinen Schaufeln für Kinder auch eine neue Heckenschere sowie eine Experimentierausstattung, zu der Thermometer, Becherlupen, Insekten- und Pflanzenbücher gehören.“

Zahlreiche Projekte

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Das umgestaltete Kaninchengehege und der abgestorbene Kirschbaum sind jetzt ein Hotel für Insekten und andere Tiere.

Doch das Sinnesgärtchen ist nicht das einzige Projekt, das Helga Göpper und ihre fleißigen Garten-Kids umsetzen. So wird derzeit ein sogenanntes Aztekenbeet angelegt. Dabei pflanzen die Kinder Mais und Stangebohnen zusammen mit Kartoffeln an. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe, die Bohnen liefern dem Mais wiederum Stickstoff. „Die Idee dazu bekam ich bei einem Klassenausflug mit der 2b zur Ausstellung ‚Aus der neuen Welt‘ im Palmengarten, wo es um die Herkunft beliebter Nahrungspflanzen wie Tomaten, Kartoffeln und Mais ging“, sagt sie. Ein weiteres Projekt war die Umgestaltung des ehemaligen Kaninchengeheges. „Daraus haben wir ein Gärtchen für Tiere angelegt. Dazu gehörte die Anschaffung von Stroh für Siebenschläfer und das Bohren von Löchern für Wildbienen zum Nisten in den abgestorbenem Kirschbaum neben dem Gehege.“ Und schließlich sind da noch die beiden großen Hochbeete, die wegen der diesjährigen Schneckenplage neu bepflanzt werden müssen. „Dabei helfen auch andere Lehrer und Eltern mit Jungpflanzen aus“, freut sie sich.

In diesem Jahr nimmt die Klasse 2b, die dann eine 3b ist, zudem wieder an der Blauen Tafel teil, die am 1. Oktober auf dem Römerberg aufgestellt wird. Dort präsentieren Frankfurter Schulen zum Thema „Ernährung“ Produkte aus ihren Schulgärten und informieren über ihre jeweiligen Projekte. „Diesmal werden wir Kräutersalz herstellen und ein Ratespiel rund um das Thema Garten veranstalten“, verrät Helga Göpper. „Es gibt also noch viel zu tun.“

 


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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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