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Gemeinschaftsgärten

Zu Gast beim Wintergartenabend des Ginnheimer Kirchplatzgärtchens

Eine schöne Idee, die für Gärtner ruhigeren Wintermonate zu nutzen, um in gemütlicher Runde Informationen auszutauschen: Beim zweiten Wintergartenabend des Ginnheimer Kirchplatzgärtchens ging es um das Thema ‘Mischkulturen: Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn’. Stellt sich die Frage: Ist das auch etwas für mobile Gärten?

Kohl und Kapuzinerkresse gedeiht auch in GabionenWer nach Informationen zum Gemüseanbau sucht, begegnet fast zwangsläufig dem Begriff der Mischkultur. Was es damit auf sich hat, fasste Dr. Katrin Jurisch vom BUND Frankfurt in einer Präsentation für die Besucher des Wintergartenabends zusammen. Am einfachsten lässt sich das Prinzip der Mischkultur verstehen, wenn man es von seiner Entstehung aus der Landwirtschaft her denkt – gewissermaßen als Gegenentwurf zur Monokultur. Die Beobachtung: Der Ertrag und die Gesundheit der Pflanzen lässt sich durch die geschickte Kombination unterschiedlicher Gemüsearten deutlich verbessern. Aber auch das Gegenteil ist möglich, dass Pflanzen über ihre Wurzeln Säuren und Gase ausscheiden, die ihre Pflanzennachbarn im Wachstum hemmen. Welche Gemüsearten sich miteinander vertragen und welche nicht, lässt sich so genannten Mischkulturtabellen entnehmen.

Mischkultur in mobilen Gärten?

Neben dieser direkten Wechselwirkung zwischen einzelnen Gemüsearten, geht es bei der Mischkultur um die Vermeidung einer Bodenermüdung durch die geschickte Kombination von stärker und schwächer zehrenden Arten sowie einen konsequenten Fruchtwechsel von Saison zu Saison. Erholungsphasen für den Boden mit Gründüngung runden das Konzept der Mischkultur ab. Beim Wintergartenabend stand die Frage im Raum, ob dieser Ansatz auch eine Bedeutung für Gemeinschaftsgärten mit Pflanzgefäßen wie dem Ginnheimer Kirchplatzgärtchen hat. Daher hier einige Tipps zum Thema Mischkultur in mobilen Gärten:

V280413_Gabionen_Ginnheimer Kirchplatz2 (Large)Das charakteristische Merkmal der Mischkultur, die Kombination unterschiedlicher Gemüsearten, erfüllen wohl die meisten mobilen Gärtner praktisch von selbst. Dabei dürfen ruhig blühende Pflanzen wie Ringelblume, Malven, Tagetes oder Kapuzinerkresse mit Gemüsepflanzen in einem Behältnis kombiniert werden – das sieht schön aus und erhöht den Schutz vor Schädlingen.

Bei einer auf Ertrag ausgerichteten Bepflanzung mobiler Pflanzgefäße – Kartoffeln und Paprika im Reissack, Salat in der Bäckerkiste, Zucchini im Kübel etc. – müssen dem Boden die verbrauchten Nährstoffe wieder zugeführt werden. Hierzu eignen sich Kompost (zur Vorbereitung einer neuen Pflanzung) sowie Kaltauszüge und Jauchen (während der Saison).

Ob eine Gründüngung als Zwischenkultur sinnvoll ist, hängt von der Größe der Pflanzgefäße ab. Im Prinzip spricht aber nichts dagegen, nach der Ernte der Hauptfrucht typische Stickstofflieferanten und Bodenlockerer wie Ackerbohnen, Klee, Senf, Wicken oder Lupinen einzusäen. Die Bienenfreund genannte Phacelia eignet sich besonders, weil sie hübsch blüht und mit keiner Gemüsepflanze verwandt ist (die Übertragung von Erkrankungen ist somit ausgeschlossen).

Besonders wichtig für alle Kübelgärtner: Der begrenzte Platz sollte nicht dazu verleiten, die Behältnisse zu dicht zu bepflanzen. Denn ebenso wichtig wie die Bodenqualität ist die ausreichende Versorgung mit Licht und Wasser.

Bodenverbesserung durch Kompost, Mikroorganismen und Pflanzenjauchen

Mit seiner Reihe Wintergartenabende liefert das Ginnheimer Kirchplatzgärtchen rechtzeitig zum Saisonstart gärtnerische Anregungen für die Teilnehmer des Projekts, aber auch alle anderen interessierten Gartenfreunde. Das zweite Thema des Abends, das Potenzial begrünter Dächer für den städtischen Raum, das von den Mitinitiatoren des Kirchplatzgärtchens sowie den Gastgebern des Abends Jan Jacob Hofmann und Sybille Fuchs vorgestellt wurde, werden wir im Laufe des Jahres in einen separaten Beitrag aufgreifen. Wer sein Wissen rund um die Bodenverbesserung weiter vertiefen möchte, dem sei noch der dritte Wintergartenabend des Ginnheimer Kirchplatzgärtchens zur Düngung mit Kompost, Mikroorganismen und pflanzlichen Jauchen ans Herz gelegt.


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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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