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Samen und alte Sorten

Alte Obst- und Gemüsesorten: Guter Heinrich

Der Gute Heinrich, auch „Wilder Spinat“ genannt, ist eine alte Kulturpflanze und seit langem in unseren Breitengraden zu Hause. Wie der Name vermuten lässt, schmeckt sie nicht nur gut, sondern besitzt auch viele heilende Eigenschaften. Der gute Heinrich ist sehr robust und lässt sich leicht im Garten anbauen. Auch Schmetterlingsraupen schätzen ihn als nahrhafte Futterpflanze.

Guter Heinrich

Der Gute Heinrich wächst nahezu überall (Foto: Thomas Mathis)

Die Herkunft des ungewöhnlichen Namens ist von vielen Geschichten umrankt. So soll er hierzulande an die Legende vom armen Heinrich erinnern und hieß wahrscheinlich im Mittelalter „Heimrich“ (althochdeutsch: Heim=Hof und rich=häufig, gut essbar). In Frankreich soll er für den Namen Heinrichs IV. stehen und in England heißt die Pflanze entsprechend „Good King Henry“. Der Name „Bergspinat“ weist wiederum auf seine Ähnlichkeit mit  Spinat hin. So gehört er ebenfalls zur Gattung der Fuchsschwanzgewächse. Der Gute Heinrich wächst gerne an Straßenrändern, auf Wiesen und an Berghängen. Entsprechend bevorzugt die robuste und winterharte Pflanze feuchte Böden und kommt auch mit kühlem Klima gut zurecht. Gesät wird von Frühjahr bis Oktober. Der Gute Heinrich wird bis zu 80 Zentimeter hoch und besitzt mehrere unverzweigte Stängel sowie große wechselständige Laubblätter. Der Abstand zwischen jeder Pflanze sollte daher wenigsten 30 cm betragen.

Lecker und vielseitig verwendbar

Der Gute Heinrich schmeckt ähnlich wie sein naher Verwandter, der Spinat, und wird genauso zubereitet, er ist jedoch etwas herber und würziger. Neben den jungen Blättern und Stängeln, die man übrigens wie Spargel zubereiten kann, sind auch die jungen rispenartigen Blütenknospen sehr lecker. Ältere Blätter sollte man ähnlich wie beim Spinat und auch Mangold wegen der darin enthaltenen Oxalsäure jedoch besser nicht essen (verursacht ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen). Die ersten Blätter kann man bereits im April ernten, von Mai bis August auch die Blüten. Sie eignen sich ideal als Beigabe zum Salat. Am besten wartet man jedoch mit der Ernte bis zum zweiten Standjahr, um die jungen Pflanzen nicht zu schwächen. Mehrjährige Pflanzen sollten wie Blumenstauden nach einigen Jahren ausgegraben und der Wurzelstock geteilt werden. Dann kann man sie an einem neuen Standort wieder einpflanzen.

Guter Ruf als Heilpflanze

Seinen hervorragenden Ruf als Heilpflanze hat der Gute Heinrich aufgrund mehrerer positiver Eigenschaften. So besitzt die Pflanze sehr viel Vitamin C, Saponine, und Proteine sowie zahlreiche Mineralien, besonders Eisen. Das macht sie zu einem bewährten Mittel gegen Blutarmut. Äußerlich angewendet werden die Blätter u.a. gegen Hautentzündungen, bspw. in Form von Umschlägen. Aber auch die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten schätzen die Blätter sehr als Nahrung – ein weiterer Grund, die gesunde und wohlschmeckende Pflanze in seinem Garten anzubauen.


Diskussion

4 Antworten auf “Alte Obst- und Gemüsesorten: Guter Heinrich”

  1. Der “Gute Heinrich” steht übrigens in den meisten Bundesländern auf der roten Liste. Man tut also mit dem Anbau nicht nur seinem Speiseplan etwas gutes, sondern sorgt für den Erhalt einer gefährdeten Art.

    Von Matthias | 6. Februar 2014, 21:01
    • Na, zumindest für die Verbreitung in Frankfurt werden wir unseren Beitrag leisten. Meine Hoffnungen sind ja ganz pragmatischer Natur: Ich vertrage echten Spinat nicht so gut und hoffe, der Gute Heinrich ist dafür ein Ersatz.

      Von Sonja | 6. Februar 2014, 22:25
      • Der Gute Heinrich ist auch von den Inhaltsstoffen her ähnlich wie Spinat, da gleiche Gattung. Hoffe, Du hast Glück und er bekommt Dir – und mir. Habe nämlich ein ähnliches Problem mit Spinat.

        Von Thomas | 7. Februar 2014, 08:35

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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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