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Rund ums Beet

Geranien und mediterrane Kräuter überwintern

Mit Pflanzen ist es ein bisschen wie mit der Mode: Eine ganze Branche lebt davon, dass saisonal Balkone, Gärten, Fensterbretter und sogar Gräber mit neuer Ware bestückt werden. Das ist schade, denn so sind Pflanzen nicht mehr als eine schnell konsumierbare Massenware. Ein Selbstversuch gegen den Trend…

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Porzellanblümchen von letzter Saison – unermüdliche Blüher

Während in den Gärtnereien bereits seit Wochen die typischen Herbstpflanzen wie Erika oder Herbstastern angeboten werden, stehen auf meinem Fensterbrett Basilikum und Salbei, Geranien und Porzellanblümchen in voller Blüte – viel zu schade, um sie gegen die neueste Saisonware auszutauschen. Was also tun? Nachdem ich im letzten Jahr bereits die Porzellanblümchen erfolgreich über den Winter gebracht habe und sie es mir in diesem Jahr mit unentwegtem Blühen danken, möchte ich diese Saison weitere Pflanzen überwintern. Das erfordert ein wenig Organisation, denn natürlich würden die aus Südafrika stammenden Geranien und die mediterranen Kräuter bei Minusgraden erfrieren.

Geranien im Gefrierbeutel überwintern lassen

Geranien kommen im aufgehängten Gefrierbeutel gut durch den Winter.

Kopfüber durch die Winterzeit: am besten die Beutel in einem dunklen und kühlen, aber frostfreien Keller oder einer Garage aufhängen.

Es gibt einige Pflanzen, für die ist ein dunkler und kühler Keller der ideale Ort zum Überwintern, denn bei diesen Bedingungen verlangsamt sich der Stoffwechsel extrem. Die Pflanze hält gewissermaßen Winterschlaf bis sie im kommenden Jahr wieder austreibt. Auf diese Weise werde ich meine ein Jahr alten und kräftig entwickelten Geranien bis zur nächsten Saison einlagern. Das geht ganz platzsparend, indem man die abgeblühten Pflanzen vor Einsetzen des Frosts aus ihren Pflanzgefäßen herausnimmt und die Wurzeln grob von Erde befreit. Anschließend wird der Geranienstock mit einem scharfen Messer auf circa ein Drittel seiner Länge gekürzt. Es sollten pro Trieb zwei bis drei Knoten stehenbleiben, aus denen die Pflanze wieder neu austreiben kann. Man kann die Stöcke in Zeitungspapier wickeln und in einer Stiege lagern oder in einen Gefrierbeutel eintüten und kopfüber wie Fledermäuse an einer Leine aufhängen. So lässt man sie möglichst dunkel und kühl, aber frostfrei ruhen. Damit der Wachstumsprozess wieder in Gang kommt, benötigen die Geranien vor allem Licht. Im Februar werden sie in frische Erde gepflanzt und an einen hellen Ort gestellt. Jetzt muss wieder regelmäßig gegossen werden, damit die Pflanzen neu austreiben.

Mediterrane Kräuter brauchen Licht

Ganz andere Bedingungen zum Überwintern brauchen mediterrane Kräuter. Einige Arten kommen ganz gut mit den hiesigen Temperaturen zurecht. Dazu gehören etwa die kräftigeren Salbeiarten, Lavendel, Olivenkraut oder Thymian. Sie können in ihren Töpfen an einer windgeschützten Stelle überwintern. Zur Sicherheit kann man sie in Noppenfolie oder mit Stroh ausgepolstertes Sackleinen einschlagen.

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Normalerweise zieht man Basilikum jede Saison frisch. Bei einem schönen Strauchbasilikum kann die Überwinterung jedoch lohnen. Bildquelle: © Sabine Schmidt / PIXELIO

Pflanzen, die nicht in einen Winterschlaf versetzt werden, müssen auch bei kalten Temperaturen sparsam, aber regelmäßig gegossen werden. Die Gefahr auszutrocknen droht ihnen bei gefrorenem Boden und Sonnenschein, denn dann wird über die Blätter viel Feuchtigkeit verdunstet. Ein Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung ist im Winter daher die bessere Wahl. Nicht winterhart sind Strauchbasilikum und Zitronenverbene. Sie mögen moderate Temperaturen zwischen 15 und 20° Celsius sowie möglichst viel Licht. Daher ziehen sie für die Wintermonate in die Wohnung auf ein Fensterbrett mit Südausrichtung um.


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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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