Sie lesen...

Kleingärten

Nützlinge in den Garten locken

Wie schön, wenn man faul sein darf und damit gleich noch etwas Gutes tut: Wer Nützlinge in seinen Garten locken möchte, sollte es mit dem Aufräumen nicht zu genau nehmen. Totes Holz, Laubhaufen, abgeblühte Stängel, poröses Mauerwerk und andere ‚Versäumnisse’ des fleißigen Gärtners fördern das natürliche Gleichgewicht und machen die Bekämpfung von Schädlingen überflüssig.

Fallobst für die Wespen liegen lassen

Wespen lieben Fallobst

Wespen lieben Fallobst, wie diese schon gammelige Mirabelle.

Die Mirabellen- und Pflaumenernte ist nicht nur für uns ein Höhepunkt der Gartensaison, sondern auch für die vielen Wespen, die sich am liebsten über die leicht angegammelten Früchte am Boden hermachen. Ich gebe zu, es fällt mir leichter, Bienen und Hummeln zu mögen. Dabei leisten Wespen im Garten wichtige Aufräumarbeit. Als natürliche Schädlingsbekämpfer sind sie besonders wertvoll, weil sie zur Aufzucht ihrer Larven eiweißhaltige Nahrung benötigen. Diesen Bedarf decken sie zu einem Großteil durch Insekten, die sie fangen. Das erklärt aber auch, warum sie besonders aufdringlich werden, wenn sie beim Grillen das Fleisch auf unserem Teller riechen. Unsere Strategie für Wespen und Fallobst: Wo wir uns aufhalten, sammeln wir das meiste davon ein. Einen gewissen Teil überlassen wir jedoch bewusst den scharz-gelben Nützlingen und hoffen, dass sie es uns durch fleissige Mitarbeit im Garten danken.

Erde und Sand als Brutplatz für Wildbienen

246926_web_R_K_by_M. Großmann_pixelio.de

Erdbienen graben zum Nisten Gänge in den Boden. Bildquelle: © M. Großmann / PIXELIO

Eine der wertvollen Informationen, die wir vom Besuch des Bienentalk im Frühsommer mitgebracht haben, war die Empfehlung, nicht jeden Flecken Erde im Garten einzuebnen und umzugraben. Denn auch wenn Bienenhotels mittlerweile sehr populär sind, ein Großteil der Wildbienen gräbt seine Gänge in die Erde, um dort die Brut aufzuziehen. Besonders beliebt sind, je nach Art, sonnenbeschienene Böschungen, Abbruchkanten, Trockenmauern mit porösen Zwischenräumen oder auch schlicht ein Rasen mit lehmigem Untergrund. Sandaufschüttungen, wie sie häufig beim Bauen anfallen, werden speziell von der Sandbiene als Nistplatz genutzt. Für den Garten leisten die unter Artenschutz stehenden Wildbienen einen wichtigen Beitrag, weil sie, anders als ihre kultivierte Verwandte die Honigbiene, schon sehr früh im Jahr unterwegs sind und so beispielsweise die Obstbäume auch bei noch relativ kühlen Temperaturen bestäubt werden.

Laub und Grünschnitt für Igel & Co. sammeln

Ein Nützling, den ich in diesem Jahr sehr gerne in unserem Garten gesehen hätte, ist der Igel. Als natürlicher Fressfeind der Schnecke hätte er sein Vergnügen mit dem reichlichen Nahrungsangebot gehabt. So musste ich selbst Hand anlegen und die Schnecken mühsam von Kohlrabi und Salat ablesen.

507290_original_R_K_B_by_Erika Hartmann_pixelio.de

Igel sind der natürliche Fressfeind der Schnecke. Bildquelle: © Erika Hartmann / PIXELIO

 Damit es sich so ein stachliger Geselle im Garten gemütlich macht, braucht es allerdings Rückzugsorte und unaufgeräumte Ecken. Tagsüber verkriechen sich die nachtaktiven Tiere am liebsten unter Hecken, zwischen Holzstößen oder unter Laub. Noch wichtiger sind solche sicheren und warmen Verstecke für die Zeit des Winterschlafs, der je nach Witterung bereits im Oktober beginnt. Es ist daher sinnvoll, das im Herbst anfallende Laub und den Grünschnitt in einer geschützten Ecke zu sammeln und nicht alles sofort zu entsorgen. Selbst wenn nicht sofort ein Igel einzieht – es gibt viele weitere Kleintiere, die eine solche Schmuddelecke im Garten dankbar annehmen.


Diskussion

Bisher kein Kommentar.

Kommentieren

Veranstaltungstipps

Keine bevorstehenden Events

View Calendar

Stadtkarte Frankfurt gärtnert

Folge Frankfurter Beete via

Bild der Woche

Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.