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Gemeinschaftsgärten

Da tut sich was in Bockenheim

Unter dem Namen „Bockenheimer Garten“ soll auf dem Kirchplatz in Bockenheim ein neues Urban Gardening-Projekt starten. Am vergangenen Montag besuchte ich den Auftaktworkshop in der dortigen St. Jakobskirche, bei der auch bekannte Akteure der Frankfurter Urban Gardening-Szene vor Ort waren, um eigene Projekte vorzustellen. Erstes Ergebnis: Ende September finden auf dem Kirchplatz zwei Aktionstage statt.

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In mehreren Arbeitsgruppen wurden erste Maßnahmen für den Kirchplatzgarten vorbereitet

Die Initiative Bockenheimer Garten hatte zu der Abendveranstaltung in der St. Jakobsgemeinde eingeladen,  bei der rund 40 Interessierte teilnahmen. Dazu gehörten auch Vertreter der zahlreichen Partner, die den Gemeinschaftsgarten unterstützen, u.a. die BHF-Bank, die Firma Immo Herbst, die Evangelische Gemeinde Bockenheim, der Frankfurter Verband, die BockenheimBibliothek der Stadtbücherei sowie das Grünflächenamt. Eine ähnlich breite Unterstützung durch Unternehmen und Institutionen hat es nach meiner Ansicht bislang nur für den Frankfurter Garten am Danziger Platz gegeben.

Auch einige Vertreter der Frankfurter Urban Gardening-Szene waren eingeladen worden. Dazu gehörten Jan Jacob Hofmann und Sybille Fuchs vom Ginnheimer Kirchplatz, Daniela Cappelluti vom Frankfurter Garten und Ljudmila Belkin, die ihr Filmprojekt in Ginnheim vorstellte. Sie alle zeigten, wie bunt und vielfältig Urban Gardening-Projekte in Frankfurt inzwischen sind. Simone Oppl vom Grünflächenamt erläuterte dann noch einmal den Begriff des urbanen Gärtnerns für nichteingeweihte Besucher. Von ihr erfuhr ich später, dass entsprechende Gartenprojekte in Frankfurt natürlich grundsätzlich beim Amt angemeldet werden müssen. Dann aber winkt – zumindest meistens – fachliche Unterstützung.

Initiator des Bockenheimer Gartens ist die BHF-Bank-Stiftung

Ein ungewöhnlicher Ansatz war für mich, dass das Urban Gardening-Projekt in Bockenheim von einer Stiftung initiiert wurde, ungewöhnlich deshalb, da die meisten derartigen Projekte eher Graswurzelbewegungen sind. Als ebenso interessant stellte sich heraus, dass der eigentliche Ausgangspunkt für den Gemeinschaftsgarten das Ergebnis eines Forschungsprojekts über das Wohnen im Alter in Frankfurt ist. Hierfür hatte die BHF-Bank-Stiftung eine entsprechende Stiftungsprofessur an der Goethe-Universität ins Leben gerufen.

Prof. Frank Oswald erläuterte bei der Abendveranstaltung die näheren Zusammenhänge. So hatte eine Befragung von rund 600 älteren Bürgern in Bockenheim ergeben, dass viele sich für ihren Stadtteil einen zentralen Ort der Begegnung für Jung und Alt wünschten, der aber nicht institutionell, also zum Beispiel kirchlich, gefördert wird. Bei einem ersten Workshop mit den Stadtteilbewohnern im Frühjahr wurde dann beschlossen, einen Pilotgarten auf dem Bockenheimer Kirchplatz einzurichten, an dem sich die Bockenheimer begegnen und gemeinsam etwas erschaffen können.

Die Lage zählt

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Auf diesem Platz soll bald eine blühende Gartenlandschaft entstehen

Die Vorteile des Kirchplatzes für ein Urban Gardening-Projekt liegen durchaus auf der Hand: ein lebhafter Platz in zentraler Lage, vorhandene Pflanzenkübel, die Unterstützung durch das Grünflächenamt sowie die Anlieger der St. Jakobsgemeinde. Entsprechend war auch das Ergebnis des Workshops ein erster Erfolg. So fanden sich an dem Abend acht Interessenten aus der Bockenheimer Nachbarschaft, die bereit waren, das Heft in die Hand zu nehmen und das Projekt voranzutreiben. Und ein Beschluss wurde auch schon gefasst: Am 27. und 28. September wird es zwei Aktionstage geben, bei denen auf dem Kirchplatz erste Bepflanzungen stattfinden sollen. Eingeladen sind alle Bockenheimer, die Spaß am gemeinsamen Gärtnern haben (hier anmelden). Wir sind gespannt!


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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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