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Kleingärten

Der Feind in meinem Beet oder der Sommer, in dem ich Krieg führte…

Ich erinnere mich noch daran, als ob es gestern gewesen ist. Ein Samstag im Sommer 2005, ich hatte lange geschlafen und stand mit einem doppelten Espresso auf meiner Terrasse, um nach meinen Kräutern sehen. Ich liebe Kräuter, nicht nur, weil ich leidenschaftlich gerne koche und Kräuter zu fast jedem meiner Gerichte gehören – nein, ich liebe es auch, sie zu kultivieren und zu pflegen. Direkt auf der Terrasse hatte ich Basilikum angepflanzt, den ich an diesem Tag für ein Pesto verwenden wollte. Ich stand also so da, blinzelte in die Sonne und es schien ein guter Tag zu werden. Bis…ich das Nichts sah: Meine 3 riesigen! Basilikumbüsche waren weg. Nur noch ein paar traurige Stengelreste ragten aus dem Boden. Dafür waren die Steinplatten meiner Terrasse mit unzähligen Schleimspuren überzogen. Ich verfolgte eine dieser Spuren und entdeckte an ihrem Ende eine der Verursacherinnen: eine (vorerst gesättigte) spanische Nacktschnecke. Mir war sofort klar, dass ich mir das nicht gefallen lassen konnte…

Nacktschnecke

Nacktschnecken lieben das zarte Grün von Basilikum, Kopfsalat & Co.  Bildquelle: © Felix Dorn / PIXELIO

 

Erstmal ein Bier

Auf das Streuen von Schneckenkorn und Speisesalz wollte ich bewusst verzichten. So kam ich auf die Bierfalle: Ein älterer Nachbar hatte mir den Tipp gegeben und die Vorstellung, in Bier zu ertrinken, hatte etwas Angenehmes für mich – wohl weniger für die Schnecken! Ich versenkte also einen Plastikbecher im Boden und füllte diesen mit Bier. Am nächsten Morgen konnte ich mich davon überzeugen, dass die gemeine Nacktschnecke wohl wirklich einen großen Bierdurst hat, der ganze Becher war voller Schneckenleichen. Hoch motiviert stellte ich noch am gleichen Tag weitere Bierfallen auf, die sich in den nächsten Nächten immer schön mit Schnecken füllten. Allerdings: Trotz meiner vermeintlichen Erfolge in der Schneckenjagd war in den gleichen Nächten mein Schnittsalat bis auf den letzten Stengel abgeweidet worden und die Schleimspuren zeugten davon, dass auch dies auf das Konto der Schnecken ging. Verzweifelt suchte ich im Internet, woran das liegen konnte. Die Antwort war schnell gefunden: Das Bier lockte nicht nur die Schnecken aus meinem Garten, sondern auch die Schnecken aus der gesamten Umgebung an! Ich glaube ja bis heute, dass mein Nachbar mich nur ausgetrickst hat, um seine Nacktschnecken zu mir rüber zu lotsen, aber beweisen kann ich das natürlich nicht.

Nicht so lästig wie Nacktschnecken!

Bitte nicht verwechseln: Weinbergschnecken sind nicht so lästig wie Nacktschnecken und stehen zudem unter Schutz! Bildquelle: © Margit Völtz / PIXELIO

 

Enten oder Zäune oder…?

Nach dem Debakel mit dem Bier spielte ich kurzfristig mit dem Gedanken, mir Laufenten anzuschaffen, die waren mir dann aber doch zu viel Arbeit. Längerfristig hilfreich fand ich den Tipp, lebend eingesammelte Schnecken niemals auf den Kompost zu werfen, weil sie sich unter den dort herrschenden paradiesischen Bedingungen explosionsartig vermehren. Als kurzfristige Abwehrmaßnahme testete ich im Laufe des Sommers noch Schneckenzäune, die bei mir aber überhaupt nicht halfen. Schließlich gab ich mich für die Saison geschlagen, ohne jedoch das Thema Schneckenplage aus dem Blick zu verlieren. Und wie es ja häufig so ist: Sobald eine Lösung in Aussicht ist, verflüchtigt sich auch das eigentliche Problem. Dieses Jahr habe ich noch kein einziges Exemplar der spanischen Nacktschnecke zu Gesicht bekommen. Deswegen brauche ich den Tipp vom NABU, die Schnecken mit Kaffeesatz zu bekämpfen, wohl nicht ausprobieren. Für mich wäre diese Maßnahme perfekt, weil ich wegen meines Espressokonsums immer riesige Mengen Kaffeesatz da habe. Die Schnecken vertragen das Koffein nicht, diese Weicheier!


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Auch ein verregneter Sonntag hat seine schönene Seiten. Gesehn bei der Pflanzentauschbörse auf dem Ginnheimer Kirchplatz.
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